Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof: Strafverfahren gegen Busfahrer beendet

Strafverfahren gegen den inzwischen 67 Jahre alten ehemaligen Busfahrer der ESWE-Verkehrsgesellschaft abgeschlossen

Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof: Strafverfahren gegen Busfahrer beendet

Bei dem schweren Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof im November 2019 ist ein Mensch gestorben, über 20 weitere Personen wurden verletzt. Viele Monate nach dem Unglück ist das Strafverfahren gegen den inzwischen 67 Jahre alten Fahrer des Busses jetzt abgeschlossen. Das teilt das Wiesbadener Amtsgericht mit.

Gegen den 67-Jährigen wurde wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten festgesetzt. Die Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt. Zudem wurde dem 67-Jährigen die Fahrerlaubnis ent- und sein Führerschein eingezogen. Damit kann er nicht mehr als Busfahrer arbeiten.

Nach Abschluss des Strafverfahrens steht fest, dass der Beschuldigte die fahrlässige Tötung des am Bussteig A wartenden Fahrgastes sowie die fahrlässige Körperverletzung von 25 anderen Personen durch sein Fahrverhalten verursacht hat. Während der wartende Busgast noch am Unfalltag seinen schweren Verletzungen erlag, traten bei 25 Personen leichte bis mittelschwere körperliche und seelische Verletzungen ein. Es handelte sich bei ihnen teils um Busfahrgäste, teils um Insassen der involvierten Autos auf dem Kaiser-Friedrich-Ring.

Wichtige Details bleiben ungeklärt

Und dennoch: Auch nach Abschluss des Strafverfahrens sind nicht alle Details, die zu diesem schweren Unglück führten, sicher und lückenlos aufgeklärt. Es ist aber davon auszugehen, dass der Busfahrer den Unfall hätte vermeiden können. Letztlich akzeptiert der Beschuldigte die Bestrafung und räumt damit sein Fehlverhalten ein, so das Gericht.

Nicht ausschließen kann das Gericht, dass der vorherige Busfahrer vor dem Fahrerwechsel das Getriebe des Busses auf D (Drive) statt N (Neutral) eingestellt hatte. Trotzdem wäre auch nach dem Überfahren der Haltelinie an der Ampel Bahnhofstraße/Kaiser-Friedrich-Ring noch Reaktionszeit gewesen, um zu bremsen. „Dann hätte die Kollision mit den anderen Fahrzeugen und dem wartenden Fahrgast vermieden werden können“, stellt das Gericht fest. Warum der Fahrer nicht gebremst hat, ist offengeblieben, und damit auch die Frage, ob Gaspedal und Bremspedal verwechselt worden sind. Am Bus selbst wurden keine technischen Mängel festgestellt.

Das Gericht hat die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wie bei Erst-Tätern üblich zur Bewährung ausgesetzt, da dem Beschuldigten eine positive Sozialprognose gestellt werden kann. Dieser ist durch das Geschehen selbst nicht nur körperlich verletzt, sondern auch psychisch stark belastet worden.

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