Mieten in Wiesbaden um 43 Prozent gestiegen: Radikaler Schritt gefordert

Die Mieten in Wiesbaden sind stark gestiegen. Der DGB fordert deshalb einen sofortigen, sechsjährigen Mietenstopp und beteiligt sich an bundesweiten Aktionstagen.

Mieten in Wiesbaden um 43 Prozent gestiegen: Radikaler Schritt gefordert

Anlässlich bundesweiter Aktionstage, die von diesem Freitag bis Sonntag (3. bis 5. Juli) stattfinden, fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auch in Wiesbaden mehr bezahlbaren Wohnraum. Das teilt der DGB-Kreisvorstand Wiesbaden Rheingau-Taunus mit. Die zentrale Forderung ist ein sofortiger, sechsjähriger Mietenstopp.

„Wohnen darf kein Luxus sein – doch genau das wird es in Wiesbaden zunehmend", sagt Sascha Schmidt, Vorsitzender des DGB Wiesbaden Rheingau-Taunus. Die Mieten würden rasant steigen, während Löhne und Renten kaum hinterherkämen. „Energiepreis-Schocks und Inflation verschärfen die Lage für viele Menschen zusätzlich“, so Schmidt. Die Bundesregierung habe die Chance verpasst, den Mietern mit einem Mietenstopp zu helfen.

Die Zahlen würden den Ernst der Lage unterstreichen: In den vergangenen zehn Jahren sind die Mieten in Wiesbaden laut DGB um rund 43 Prozent gestiegen. Lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Jahr 2016 noch bei 9,25 Euro, betrug er Anfang 2026 bereits 13,67 Euro. „Wenn das so weitergeht, verlieren immer mehr Menschen ihr Zuhause oder werden aus der Stadt verdrängt", betont Schmidt.

DGB fordert umfangreiches Maßnahmenpaket

Ein Mietenstopp allein reiche jedoch nicht aus. Der DGB fordert darüber hinaus einen massiven Ausbau von öffentlichem und sozialem Wohnungsbau. Zudem solle eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit umgesetzt werden, bei der Unternehmen für dauerhaft günstige Mieten steuerlich entlastet werden. Auch eine wirksame Mietpreisbremse und die Ahndung von Mietwucher seien nötig.

„Wohnen ist ein Grundrecht – keine Ware. Es ist höchste Zeit, dass Bund, Länder und Kommunen wieder Verantwortung übernehmen und preisgünstigen Wohnraum selbst schaffen und sichern", so Schmidt. Unabhängig von der künftigen Koalition in Wiesbaden brauche die Stadt deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog. Rückschritte dürfe es für Mieter nicht geben.