Autofreier Superblock-Sonntag: Stadt Wiesbaden zieht Bilanz

Autos raus für mehr Miteinander in der Stadt – so könnte man das Konzept des „Superblock-Sonntags“ in Wiesbaden beschreiben. Im Anschluss an die Premiere des Projekts zieht die Stadt jetzt ein Fazit.

Autofreier Superblock-Sonntag: Stadt Wiesbaden zieht Bilanz

Drei Quartiere, ein Dutzend zumindest teilweise autofreie Straßen und über 100 Angebote in zehn Stunden: Das war der erste autofreie Superblock-Sonntag in Wiesbaden. Im Mittelpunkt der Aktion standen dabei Fragen nach einem lebenswerten Quartier und nach neuen Verkehrslösungen. Einen Monat später zieht die Stadt Wiesbaden nun Bilanz (wir berichteten).

Und diese Bilanz fällt nach Angaben des Umweltamts überaus positiv aus, „denn rund 10.000 Menschen haben mit viel Interesse und Engagement den Superblock-Sonntag zu einem ganz besonderen Tag der Nachbarschaft und des Miteinanders werden lassen“.

„Notwendigkeit einer nachhaltigen Stadtentwicklung“

Ziel des Superblock-Sonntags war es, über die klimaschädlichen Auswirkungen des innerstädtischen Verkehrs ins Gespräch zu kommen und zu erleben, was sich verändert, wenn der öffentliche Raum als attraktive Begegnungsfläche genutzt wird, so die Stadt.

„Die Erfahrungen aus dem Superblock-Sonntag unterstreichen die Bedeutung und Notwendigkeit einer nachhaltige Stadtentwicklung, und sie werden in die weiteren Planungen einfließen. Denn die Menschen erkennen, dass die soziale und nachhaltige Stadt von morgen mehr Grünflächen und mehr Freiraum braucht“, sagt Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Dafür will der Verkehrsdezernent unter anderem Carsharing-Angebote, den ÖPNV und den Radverkehr weiter fördern. Auch weitere Fahrradstraßen oder die Umwandlung von Straßen in Fußgängerzonen, wie für die Gerichtsstraße im Ortsbezirk Mitte geplant, seien geeignet, um eine höhere Aufenthalts- und Lebensqualität zu erzielen.

Für das Event wurden die Bewohner aus Wiesbaden-Mitte, dem Rheingau- und dem Dichterviertel schon im Vorfeld über das geplante Experiment informiert, bei dem einzelne Straßen und Straßenabschnitte für den fahrenden und parkenden Kfz-Verkehr gesperrt werden sollten.

Den Anwohnern der gesperrten Straßen wurden kostenfreie Ersatzparkplätze zur Verfügung gestellt und alle wurden eingeladen, den Straßenraum zur nachbarschaftlichen Begegnung, für Spiel und Sport, Flohmarkstände, Diskussionsrunden, Platzkonzerte oder kleine Theatervorstellungen zu nutzen. Am Ende fanden über 100 nicht-kommerzielle Programmpunkte statt, die von Privatleuten genauso wie von Initiativen, Organisationen und den Kirchen veranstaltet wurden.

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