51 Leichen im Wiesbaden-Tatort

Das Erste zeigt den Krimi am Sonntag um 20:15 Uhr

51 Leichen im Wiesbaden-Tatort

Es ist eine Szene, wie aus einem Western, die sich am Erbenheimer Bahnhof abspielt. Ein Mann steigt aus einem eingefahrenen Zug, in der Hand einen Koffer. Die Sonne brennt, seine Augen so dunkel wie seine Haare. Dann geht alles ganz schnell: In bewährter Quentin Tarantino-Manier werden Schüsse abgegeben - drei Leichen und die Szene ist vorbei.

Hierbei handelt es sich glücklicherweise nicht um eine Bilanz aus dem Polizeipräsidium Westhessen, sondern um die ersten Minuten des preisgekrönten Wiesbaden-Tatorts „Im Schmerz geboren“. In der aktuellen Krimi-Sommerpause zeigt Das Erste jede Woche eine Wiederholung zur Prime-Time. Am Sonntag, den 29. Juli, ist Wiesbaden wieder an der Reihe.

Schüsse vor der Spielbank

Während Fans sehnsüchtig auf eine neue Folge warten - der letzte Fall wurde im November 2017 ausgestrahlt - kommen Liebhaber in den Genuss des „wohl besten Tatorts aller Zeiten“. Andere wiederum sprechen bei „Im Schmerz geboren“ von einem „Armutszeugnis“. Einen Rekord hat die Episode jedoch noch immer sicher: Sie hält mit der Marke von 51 Toten den bisherigen Bestwert an Leichen. Die meisten davon kamen vor der Wiesbadener Spielbank ums Leben.

In „Im Schmerz geboren“ trifft der LKA-Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur) auf Richard Harloff (Ulrich Matthes), einen alten Freund von der Polizeischule. Die beiden verbindet eine bewegte Vergangenheit, die ein abruptes Ende fand, als Harloss wegen Drogen suspendiert wurde. 30 Jahre später ist er zurück - jedoch nicht in freundschaftlicher Absicht.

Gemeinsam mit seinem Sohn plant er einen Rachefeldzug. An der Polizei, an Murot und an der Vergangenheit. Im Verlauf der Geschichte wird munter weiter gemordet, Murot kann seinem alten Freund jedoch nichts nachweisen und ermittelt akribisch weiter - nicht ahnend, dass er damit in eine gefährliche Falle tappt.

Grandioser Genre-Mix

Der Wiesbaden-Tatort ist ein Mix aus Tarantino-Krimi, Westernfilm und Shakespeare-Melodrama. Kein Wunder, dass er die Gemüter spaltet. Die Kritiker sind jedoch voll des Lobes für den Streifen von 2014. Er wurde unter anderem 2015 mit dem Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“ ausgezeichnet. Außerdem gewann er als „bester deutscher Fernsehfilm“ 2015 eine Goldene Kamera und 2014 beim „Fernsehfilmfestival Baden-Baden“ in der Kategorie „Zuschauerpreis“.

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