Das Problem des Wildpinkelns bei großen Festen in Wiesbaden scheint zuzunehmen. So kam es beispielsweise zuletzt bei der Rheingauer Weinwoche zu schlimmen Zuständen (wir berichteten). Besucher nutzten offenbar lieber die freie Natur, anstatt die bereitgestellten mobilen Toiletten aufzusuchen, für deren Nutzung eine Gebühr von einem Euro anfiel.
So will die Stadt jetzt vorgehen
Wie die Stadt Wiesbaden im August anlässlich der Bilanz der Weinwoche mitteilte, sei das Wildpinkeln ein auffälliges Thema im Sicherheitsbericht des Festes gewesen. Allein an einem Tag habe der Sicherheitsdienst des Veranstalters 135 Fälle rund um den Schlossplatz gezählt. Über die genauen Gründe für dieses Verhalten liegen der Stadtpolizei keine Erkenntnisse vor. Auf Anfrage von Merkurist teilt die Verwaltung mit, dass es vermutlich eine Mischung aus Trunkenheit, Bequemlichkeit, Geiz und Wartezeiten an den Toiletten ist.
Um das Problem künftig einzudämmen, will die Stadtpolizei nun reagieren. Für die nächste Rheingauer Weinwoche sollen zusätzliche präventive Maßnahmen geprüft und die Kontrollen verstärkt werden. Doch was heißt das nun genau? Auf Anfrage dazu erklärt die Verwaltung, dass aus Sicht der Stadtpolizei dabei zunächst der Veranstalter in der Verantwortung sei.
Um das „Wildpinkeln“ ahnden zu können, sei es erforderlich, dass es Abstimmungen zwischen dem Veranstalter und der Stadtpolizei Wiesbaden gebe. Die rechtlichen Voraussetzungen würden bis 2026 geklärt. Die Anzahl der Toiletten bei den Festen sei beispielsweise ein entscheidender Faktor und müsse kritisch überprüft werden. Vor dem nächsten Fest soll die Öffentlichkeit zudem durch Pressearbeit präventiv auf mögliche Strafen für das Wildpinkeln hingewiesen werden.