Sterneköche kochen für HSK-Patienten

Weil gutes Essen zu einer schnelleren Genesung beiträgt, kommen in den HSK bald Gerichte von Sterneköchen auf die Teller. 12 Köche haben die Gerichte kreiert und standen dabei vor einigen Herausforderungen.

Sterneköche kochen für HSK-Patienten

Für ihr gutes Essen sind Krankenhäuser normalerweise nicht unbedingt bekannt. Das weiß auch Enrico Jensch von den Helios Kliniken. „In einer Klinik in Berlin hat ein Sternekoch nach einer Operation mal die medizinische Versorgung in unserem Haus gelobt, und sich gleichzeitig über das schlechte Essen beschwert“, erzählt er. „Aus dieser Not haben wir eine Tugend gemacht — und zwar so richtig.“

„Gutes Essen kann förderlich für die Genesung sein.“ - Sandra Henek, HSK

Im vergangenen Sommer sei nach der Kritik die Idee aufgekommen, Patientengerichte von Sterneköchen kreieren zu lassen, nicht ganz ohne Hintergedanken, wie Klinikgeschäftsführerin Sandra Henek in den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden erklärt. „Viele Patienten suchen sich die Klinik anhand des Essens aus“, beschreibt sie ihre Erfahrungen. Sie selbst könne das nachvollziehen, „gutes Essen ist mehr als nur bloße Nahrungsaufnahme, es kann sogar förderlich für die Genesung sein“, erklärt sie.

12 Gerichte von 6 Sterneköchen

Unter der Leitung von Service-Experte Carsten Rath, der normalerweise Hotels in aller Welt berät, entstand dann ein Team aus sechs Sterneköchen, die bewusst aus verschiedenen Regionen ausgewählt wurden. Mit dabei sind Drei-Sterne-Koch Juan Amador aus Wien, Thomas Bühner, der schon zwei Sterne erkocht hat, Deutschlands jüngste Sterneköchin Maike Menzel aus Bayern, Hendrik Otto, Küchenchef des Berliner Kempinski Hotels Adlon und Christoph Rüffer aus dem Hamburger „Vier Jahreszeiten“. Aus dem Rheingau ist Nils Henkel dabei, der bis vor Kurzem im „Relais und Châteaux Hotel Burg Schwarzenstein“ im Rheingau kochte (wir berichteten) und ab Juli das Restaurant Bootshaus in Bingen übernehmen wird.

„Die größte Herausforderung bei diesem Projekt war es, Gesundes auf den Teller zu bringen, das gleichzeitig Systemgastronomie-fähig ist.“ - Sternekoch Nils Henkel

Er hat für die spezielle neue Speisekarten ein Gericht mit Ochsenbäckchen und einen vegetarischen Hauptgang kreiert. „Die größte Herausforderung bei diesem Projekt war es, Gesundes auf den Teller zu bringen, das gleichzeitig Systemgastronomie-fähig ist“, sagt der Koch. Denn die Gerichte für das Krankenhaus müssen zum einen verschiedenen Diäten abdecken, also zum Beispiel für Diabetiker geeignet sein, zum anderen aber in großen Mengen produziert werden. Das soll in Zukunft in der „Hofmann Menü Manufaktur“ in Boxberg geschehen.

Testlauf gestartet

Einige Patienten der HSK in Wiesbaden konnten die insgesamt 12 Gerichte schon probieren. „Mich hat die Auswahl sehr gefreut“, erzählt ein Patient, der am liebsten indisches Essen mag. „Die Gerichte sind ausgewogen und alle Zusatzstoffe sind in der Karte gekennzeichnet“, freute sich eine andere Patientin, als sie die Karte sah.

„Unser Ziel ist es, dass sich jeder die Gerichte leisten kann.“ - Enrico Jensch, Helios-COO

Nach den erfolgreichen Testessen in Wiesbaden sollen die Gerichte ab September zunächst in den Helios-Privatkliniken angeboten werden, später auch in anderen Helios-Krankenhäusern und für Mitarbeiter. Sie sollen das bisherige Angebot ergänzen, erklärt Jensch. Wie hoch der Aufpreis bei der Bestellung sein wird, könne er im Moment noch nicht sagen. Aber: „Unser Ziel ist es, dass sich jeder die Gerichte leisten kann.“ (ts)

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