Das sind die neuen E-Busse für Wiesbaden

Bessere Luft und mehr Komfort für Fahrgäste. Das versprechen die drei neuen E-Busse, die seit Montag in Wiesbaden unterwegs sind. In den kommenden Jahren soll die emissionsfreie Flotte noch weiter aufgestockt werden.

Das sind die neuen E-Busse für Wiesbaden

Auf dem Betriebshof der ESWE Verkehr war es am Montagmittag laut. Grund dafür waren aber nicht etwa Motorengeräusche von PS-starken Dieseln. Stattdessen spielte eine Brass-Band um zu feiern, dass die Flotte des Mobilitätsdienstleisters drei neue Fahrzeuge hat. Und die rollten zu ihrer Premierenfahrt ganz geräuschlos aus der Garage.

Dreifache Premierenfahrt

Bei den drei „Neuen“ handelt es sich nämlich um die ersten E-Busse, die ab sofort auf Wiesbadens Straßen unterwegs sein werden. Zunächst werden sie für Test- und Schulungsfahrten unterwegs sein — damit sich die Fahrer und die Routenplaner an die neuen Gefährte und ihre Reichweite von rund 120 bis 200 Kilometern gewöhnen können. Schon ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember sollen die Busse aber auch die ersten Fahrgäste kutschieren: Dann werden sie auf den Routen der Linien 1 und 8 eingesetzt.

Bei drei Fahrzeugen soll es aber nicht bleiben. Bis zum Jahreswechsel soll die Flotte insgesamt zehn E-Busse zählen, im kommenden Jahr sollen weitere E-Busse nach und nach auf verschiedenen Linien eingesetzt werden. Bis 2022 soll fast jeder zweite Bus, der in Wiesbaden unterwegs ist, elektrisch angetrieben werden.

Nur durch Fördergelder möglich

„Das klingt nach einer astronomischen Summe.“ - Minister Tarel Al-Wazir

Möglich machte das eine Förderung — denn die Fahrzeuge, die Ladestationen und die Umschulungen für die Fahrer verschlingen insgesamt rund 125 Millionen Euro. Rund 45 Millionen Euro stellt allein das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zur Verfügung. „Das klingt nach einer astronomischen Summe, doch den Großteil des Geldes hätten wir auch in die Instandhaltung der alten Dieselbusse investieren müssen“, erklärte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bei der Vorstellung der neuen Busse. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) rechtfertigte die Fördermittel mit dem Vorbildcharakter der Stadt: „Wiesbaden geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, wie ein umweltfreundlicher uns attraktiver ÖPNV möglich wird.“

„E-Busse bedeuten auch weniger Lärmbelästigung.“ - OB Gert-Uwe Mende

Gemeinsam mit Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) testete Al-Wazir die E-Busse am Montag bei einer Probefahrt — genauso wie viele ESWE-Mitarbeiter, die gespannt waren auf die neuen Fahrzeuge. „Es ist eine gute Investition in die Zukunftsfähigkeit von Stadt und Region“, fasste das Stadtoberhaupt zusammen. Dabei betonte Mende, dass die Busse mit Elektroantrieb nicht nur der Luftqualität zugute kommen. „E-Busse bedeuten auch weniger Lärmbelästigung.“

Wiesbadener ÖPNV als bundesweites Vorbild

„In den E-Bussen steht kostenfreies WLAN zur Verfügung.“ - Jörg Gerhard, ESWE Verkehr

Weitere, ganz praktische Vorteile, stellte Jörg Gerhard, Geschäftsführer der ESWE Verkehr vor. „In den Vierer-Sitzabteilen gibt es zwei USB-Ladestationen, die Fahrgäste zum Beispiel nutzen können, um Ihr Smartphone aufzuladen. Außerdem steht in den E-Bussen kostenfreies WLAN zur Verfügung.“ In Punkto Sicherheit profitieren die Fahrer von neuen Assistenzsystemen, die Gefahrensituationen früher erkennbar machen. Anzeigetafeln sollen außerdem während der Fahrt über die kommenden Haltestellen und Fahrtzeiten informieren.

Langfristig strebe die ESWE Verkehr einen komplett emissionsfreien ÖPNV mit E- und Wasserstoff-Bussen. Die rund 235 Dieselbusse, die jetzt noch unterwegs sein, seien bereits vollständig auf Euro-6-Norm umgestellt und sollen nach und nach durch umweltschonendere Fahrzeuge ersetzt werden. (ms)

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