Parkgebühren in Wiesbaden sollen erneut steigen

Nur 12 Monate nach der letzten Erhöhung plant die Stadt, die Parkgebühren in Wiesbaden erneut anzuheben. Dadurch sollen Autofahrer dazu bewegt werden, verstärkt die Parkhäuser in der Innenstadt anzusteuern.

Parkgebühren in Wiesbaden sollen erneut steigen

Die Stadt Wiesbaden will die Parkgebühren für die Innenstadt erneut erhöhen. Das geht aus einer Sitzungsvorlage des Verkehrsdezernenten Andreas Kowol (Grüne) für den Ortsbeirat Mitte hervor.

Laut dem Entwurf soll in der Preiszone 1 die erste Abrechnungseinheit von 12 auf 10 Minuten gesenkt, der Preis von 50 Cent aber beibehalten werden. In der Preiszone 2 wird die Taktung von 20 auf 12 Minuten gesenkt. Für die Zone 1 bedeutet dies eine Parkgebühr von zukünftig 3 Euro pro Stunde statt bislang 2,50 Euro, für die Zone 2 sind zukünftig 2,50 Euro statt 1,50 Euro zu zahlen.

Kürzere Zeitabschnitte

Die Stadt hatte bereits Anfang des Jahres die Parkgebühren in Wiesbaden erhöht. Die erste Abrechnungseinheit wurde in der Innenstadt von 15 auf 12 Minuten und im restlichen Stadtgebiet von 25 auf 20 Minuten reduziert. Grund für die Maßnahme war damals das drohende Dieselfahrverbot in Wiesbaden. Die höheren Gebühren sollten die Wiesbadener dazu bewegen, mit dem Auto zum Einkaufen in die Innenstadt zu fahren.

Diese Erhöhung sei aber laut Kowol nicht ausreichend gewesen, wie es im Antrag heißt: „Trotz der Erhöhung der Parkgebühren zum Jahresende 2018 herrscht derzeit in Wiesbaden immer noch ein Missverhältnis zwischen den Parkgebühren im öffentlichen Raum und den Parktarifen in Parkhäusern.“ Es bestehe ein Fehlanreiz für Autofahrer, lieber länger nach einem knappen, aber günstigerem Parkplatz an der Straße zu suchen, als ein vermeintlich teureres Parkhaus anzusteuern.

„So entstehen unnötige Parksuchverkehre, und Straßenraum-Parkplätze sind für diejenigen Kurzzeitparker, die darauf angewiesen sind, nicht verfügbar,“ so Kowol. Da in Wiesbaden, etwa im Vergleich zu Frankfurt (4 Euro pro Stunde), die Parkgebühren noch sehr günstig seien, gäbe es in der Landeshauptstadt noch Spielraum nach oben.

Die Anpassung der Gebühren müsse dann an jedem Parkautomaten einzeln durchgeführt werden. Laut dem Antrag entstünden dadurch Kosten von etwa 50.000 Euro. Dem gegenüber stünden durch die Preiserhöhung Mehreinnahmen von 800.000 Euro pro Jahr. Die Preiserhöhungen werden am Dienstag im Ortsbeirat Mitte diskutiert, sowie in der Stadtverordnetenversammlung am 12. Dezember. Wenn die Abgeordneten der Verordnung zustimmen, soll diese schon ab dem 1. Januar 2020 umgesetzt werden. (ts)

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