Commerzbank sperrt Bankautomaten wegen „Sprenggefahr“

Immer häufiger werden in Hessen Bankautomaten von Kriminellen in die Luft gesprengt. In Wiesbaden hat die Commerzbank nun Konsequenzen gezogen und in ihrer Filiale in der Dotzheimer Straße einen Automaten stillgelegt - mit drastischer Wortwahl.

Commerzbank sperrt Bankautomaten wegen „Sprenggefahr“

Commerzbank-Kunden staunten am Montag nicht schlecht: In der Filiale in der Dotzheimer Straße war ein Geldautomat stillgelegt - wegen „Sprenggefahr“, wie ein Schild an dem Gerät erklärte. Der Automat ist nach wie vor gesperrt, das Schild wurde mittlerweile aber gegen ein anderes ausgetauscht, auf dem lediglich steht dass das Gerät „aus Sicherheitsgründen außer Betrieb“ sei.

Drastische Wortwahl

Die Wortwahl auf dem ursprünglichen Schild sei etwas drastisch und unglücklich gewesen, erklärt der Pressesprecher der Commerzbank auf Nachfrage von Merkurist. Daher habe man das Schild ausgetauscht. Die Sperrung des Automaten sei eine Sicherheitsmaßnahme und rein präventiv, eine konkrete Gefahr für Kunden habe zu keinem Zeitpunkt bestanden und man habe auch niemanden beunruhigen wollen.

Bankautomaten werden immer öfter Ziel

Sprengungen von Geldautomaten in der Region häufen sich. Laut Informationen der „Hessenschau“ gab es in Hessen seit 2016 mehr als 80 Vorfälle. Allein von Januar bis Mai 2019 waren es, mit Verweis auf eine Auskunft des Landeskriminalamtes (LKA), 43 versuchte und 31 tatsächlich durchgeführte Sprengungen.

Am 2. Mai hatten Automaten-Sprenger in Eschborn eine Straßensperre aus brennenden Autoreifen errichtet, um der Polizei den Zugang zu erschweren. Am 21. Mai gab es eine heftige Explosion einer Bankfiliale in Friedberg. Und besonders spektakulär: Am 29. Juni hatten Kriminelle in Kelkheim einen Automaten gesprengt und vorher die Ausfahrt der Polizeiwache mit einem brennenden Auto blockiert, um die Beamten an der Verfolgung zu hindern.

In Wiesbaden gab es zuletzt vor rund zwei Jahren eine Reihe von Sprengungen. In einer Bankfiliale in der Erich-Ollenhauer-Straße entstand dabei ein Sachschaden von rund 6000 Euro (wir berichteten). Nur eine Woche zuvor schlugen Automatensprenger im Stadtteil Breckenheim zu (wir berichteten). In der jüngsten Vergangenheit wurden in der hessischen Landeshauptstadt aber keine Fälle bekannt. Deshalb handele es sich auch in der Commerzbank-Filiale um eine Vorsichtsmaßnahme. Wann das Gerät wieder für Kunden zur Verfügung steht, ist derzeit aber noch nicht bekannt. Man kann in der Filiale aber nach wie vor Bargeld an einem anderen Automaten abheben.

Schwere Schäden, meist wenig Beute

Die Täter sprengen Bankautomaten in der Regel mit einem Gasgemisch oder auch mit Sprengstoff oder anderer Pyrotechnik. Die völlig unberechenbare Sprengkraft solcher Explosionen verwüstet oft ganze Gebäude und kann sogar die Bausubstanz beschädigen. Die angerichteten Schäden übersteigen die Beute meist bei Weitem – falls überhaupt Geld erbeutet wird, denn oft genug scheitert der Versuch und die Täter ziehen mit leeren Händen ab. (js)

Logo