Probleme mit privatem Postzusteller

Wochenlang hat Merkurist-Leserin Christina auf wichtige Post von ihrer Bank gewartet, die von einem privaten Postzusteller verschickt wurde. Weil dessen Partner Insolvenz anmelden mussten, brach ein ganzer Zustellbezirk in Wiesbaden weg.

Probleme mit privatem Postzusteller

Das Unternehmen postcon ist spezialisiert auf Geschäftspost. Der private Briefdienstleister wirbt mit günstigem Porto und deutschlandweiter Zustellung. Das scheint für viele Unternehmen attraktiv, doch nicht immer läuft der Versand reibungslos.

So etwa bei Merkurist-Leserin Christina. In einem Snip machte sie Ihrem Ärger Luft: „Hat noch jemand massive Probleme mit der Postzustellung durch Postcon erlebt? Ich wartete 3 Wochen, aktuell 1 Woche“, so der Titel ihres Snips.

Wichtige Post kam nicht an

„Ich habe Ende Mai auf wichtige Post von der Deutschen Bank gewartet“, sagt sie. Ein Teil davon sei durch die Deutsche Post zugestellt worden - „der andere gar nicht.“ Sie habe sich gleich mehrfach telefonisch an den Briefdienstleister gewandt, doch helfen konnte man ihr nicht. „Man gab mir immer nur Antworten wie 'Wir kontaktieren den Zusteller'“, passiert sei jedoch nichts. Zwei Wochen habe es gedauert, dann sei eine von ihr angeforderte Ersatzsendung angekommen. Wo die ursprünglichen Briefe gelandet sind, weiß sie bis heute nicht.

Dass dieser Vorfall kein Einzelfall gewesen zu sein scheint, musste Christina im Juli erfahren. „Ich warte aktuell wieder auf Post der Deutschen Bank“, sagt sie. Verschickt wurden die Briefe am 12. Juli - angekommen sind sie noch immer nicht. Wieder musste sie tätig werden, telefonierte mit dem postcon-Kundendienst. „Es hieß, unsere Briefkästen sind nicht frei zugänglich“, erklärt Christina. Diese stehen jedoch frei zugänglich in der Salizéstraße und sind gut beschriftet. Sie hat die Nase voll, „deswegen möchte ich mich jetzt an die Öffentlichkeit wenden.“

Insolvenz von Partnern

Wie die Information, dass die Briefkästen nicht frei zugänglich wären, in die Welt gelangte, kann sich beim Unternehmen postcon niemand erklären. Vielmehr sei das Problem nicht nur in der Salizéstraße, sondern im gesamten Zustellgebiet der Leserin bekannt. Denn dort seien die gesellschaftsrechtlich verbundenen Briefdienstleister *economail Mainz GmbH & Co. KG *und SHP-Süd-Hessen-Post GmbH & Co. KG für die Zustellung der postcon-Sendungen verantwortlich.

„Die Zustellung wurde eingestellt.“ - Jannine Böhrer-Scholz

Zu diesem Schritt hätte man sich entschlossen, um „eine Haushaltsabdeckung für unsere Kunden sicherzustellen“, so Jeannine Böhrer-Scholz, Pressesprecherin von postcon. Das Problem: Die beiden Briefdienstleister, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitete, haben zum 4. Juli dieses Jahres Insolvenz angemeldet. „Die Zustellung wurde dort zum 20. Juli 2018 eingestellt“, so Böhrer-Scholz.

„Für postcon kam die Nachricht über diese Geschäftspartner unerwartet“, so die Pressesprecherin des Unternehmens. Man habe jedoch sofort reagiert und sei dabei, die Zustellung in den relevanten Postleitzahlengebieten über andere Partner und Dritte zu organisieren. „Die bundesweite Haushaltsabdeckung ist für unsere Kunden selbstverständlich weiterhin gesichert“, versichert Böhrer-Scholz.

Besserung in Sicht

„Wir setzen alles daran, die Lücke zu schließen.“ - Jeannine Böhrer-Scholz

Das erklärt auch, warum die vermissten Briefe alle auf einmal zugestellt worden sind. Dass es auch aktuell wieder zu Problemen kommt, kann Böhrer-Scholz bestätigen: „Aufgrund der Insolvenz kam und kommt es weiterhin zu Laufzeitverzögerungen und Qualitätsproblemen.“ Diese reichten von der Zustellung bis in die Kundenbetreuung. Man arbeite aber mit Hochdruck an einer Lösung. „Wir setzen alles daran, die Lücke zuverlässig und zeitnah zu schließen.“

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