Steht das Kiezkaufhaus vor dem Aus?

Es ist ruhiger geworden um den Wiebsadener Onlineshop für regionale Produkte. Funktioniert das Konzept Kiezkaufhaus in der Landeshauptstadt nicht?

Steht das Kiezkaufhaus vor dem Aus?

Regionale Produkte bei umweltschonender, schneller Lieferung: Mit diesem Konzept ging das Kiezkaufhaus 2015 in Wiesbaden an den Start. Seitdem hat sich viel getan. Händler und Läden machten mit und verschwanden teilweise wieder aus dem Angebot. Im Dezember 2016 eröffnete der Onlineshop einen Pop-up-Store auf der Wilhelmstraße und schloss diesen wieder. Es ist ruhiger geworden um das regionale Onlinekaufhaus. Merkurist-Leser Matthias fragt sich deshalb in einem Snip, ob das Konzept gescheitert ist.

100 Bestellungen pro Woche

„Unsere Kunden sind richtige Fans.“ - Nanna Beyer, Initiatorin

„Wir sind sehr glücklich mit unserem Kiezkaufhaus“, erklärt Initiatorin Nanna Beyer. Momentan würde das Unternehmen rund 100 Bestellungen in der Woche ausliefern. „Unsere Kunden sind richtige Fans“, sagt sie. Viele würden immer noch vor allem die regionalen Produkte schätzen, die das Kiezkaufhaus liefert. Andere, vor allem junge Männer, fänden den Gedanken daran, regionale Produkte mit einem Knopfdruck bestellen zu können, einfach nur praktisch. Wenn alles so gut läuft, warum wurde dann der Pop Up Store geschlossen?

„Vor allem, weil wir uns in letzter Zeit sehr auf unseren Software-Relaunch konzentriert haben“, erklärt die Initiatorin. Deswegen sei auch das Marketing etwas zu kurz gekommen. Die Software des Onlineshops soll voraussichtlich Ende Januar in einem neuen Gewand erscheinen. Dann können Kunden zum einen mehr von den Produkten sehen, die sie kaufen, zum anderen sollen dadurch verschiedene Prozesse vereinfacht werden.

Momentan gibt es beispielsweise keine Information dazu, ob ein Produkt gerade nicht geliefert werden kann. Das erfahren Kunden erst, wenn das Produkt vor ihrer Haustür fehlt. In Zukunft soll es dazu eine Sofortmeldung geben, sodass sich die Käufer eine Alternative für ihre Bestellung überlegen können.

Neue Ideen für 2019

Nach der Weihnachtszeit, in der die meisten Händler sehr beschäftigt sind, werden sich auch weitere Unternehmen und Läden an das Kiezkaufhauses anschließen. Dann können die Wiesbadener unter anderem bei einem neuen Blumenladen, einem Weinladen und einem Sanitätshaus bestellen. Außerdem will das Kiezkaufhaus die nachhaltige Logistik der Stadt unterstützen und seine Lastenräder außerhalb der Geschäftszeiten an einen Kurierdienst anschließen, um Postfachleerungen mit dem Rad anstelle des Autos erledigen zu können.

In Zukunft soll es das Konzept auch in anderen Städten geben. Im nächsten Jahr wird es zum Beispiel auch im Nordrhein-Westfälischen Bad Honnef die Möglichkeit geben, lokale Produkte online zu bestellen. „Es wird zukünftig nicht weniger Kiezkaufhäuser geben, sondern mehr“, beruhigt Nanna Beyer ihre Kunden.

(ts)

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