Keine AfD-Abende mehr in Erbenheim

Die Themenabende der AfD im „Ländchen“ in Erbenheim sind Geschichte. Scheinbar wurde den Verantwortlichen der Druck von Außen zu hoch. Die Partei sucht nun einen neuen Standort.

Keine AfD-Abende mehr in Erbenheim

Die Wiesbadener AfD wird ab Oktober keine Themenabende mehr im Erbenheimer Restaurant „Im Ländchen“ abhalten. Das verkündete die Partei in einer Pressemitteilung. Außerdem lehnte der Vorstand des Fußballvereins SV 1921 Erbenheim, Eigentümer des Gebäudes, eine Spende der AfD über 2000 Euro ab.

„Wir werden das akzeptieren“ - Eckhard Müller

Die Themenabende der Partei im „Ländchen“ waren in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, als Unbekannte Ende Mai das Lokal mit Farbbeuteln bewarfen und mit antifaschistischen Graffitis beschmierten. Die AfD vermutet, dass die Wirtin des Restaurants damit eingeschüchtert werden sollte, der Partei kein Obdach mehr für ihre Themenabende zu bieten.

„Wir werden das akzeptieren. Der Verein möchte verständlicherweise keine derartigen Störungen mehr erleben“, sagt AfD-Kreissprecher Eckhard Müller. Nicht nachvollziehen könne man aber die Ablehnung der gesammelten 2000 Euro für den Verein.

AfD verwundert über Ablehnung

„Wir erhielten zahlreiche Kleinspenden von Bürgerinnen und Bürgern, die den Verein mit dem Schaden nicht im Regen stehen lassen wollten“, sagt der stellvertretende Kreissprecher der AfD, Michael Obergfell. Das Geld sollte für die Entfernung der Farbschmierereien gegen die Partei dienen. Auch Schatzmeister Robert Lambrou wundert sich über die Ablehnung: „Da startet der SV Erbenheim aktuell im Internet einen eigenen Spendenaufruf unter seinen Mitgliedern und das Geld zur Renovierung der Fassade ist bereits vorhanden.“ Er bietet sogar die Vermittlung eines Malers an, der die Fassade für den genannten Betrag instandsetzen würde.

Die Partei sei nun auf der Suche nach einem neuen Ort für ihre Themenabende. Diese finden alle 14 Tage zu einem bestimmten Thema statt.

Pachtvertrag läuft aus

Die momentane Pächterin, Claudia Rossel, wird zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für das Lokal verantwortlich sein, ihr Pachtvertrag läuft Ende September aus. „Ich habe die AfD hier immer gerne bewirtet. Es gab nie rechte Parolen oder Sonstiges“, sagt sie. Wirtschaftlich seien die Themenabende der Partei immer gut für das Geschäft gewesen. Zwar habe sie - nicht nur durch die Farbbeutelattacke - Druck von außen zu spüren bekommen, dieser sei aber nicht der Grund für ihren Abschied. Sie nennt „persönliche Gründe“ als ausschlaggebend. „Klar, wir haben anonyme Mails und Anrufe bekommen, teilweise auch Rückmeldung von ehemaligen Gästen, aber davon haben wir uns nicht einschüchtern lassen“, so Rossel.

„Wir müssen den Verein und seine Mitglieder schützen“ - Vorstand SV Erbenheim

Ab Oktober wird Rada Koukaras neue Pächterin des Lokals. Unter ihrer Flagge wird es dann keine Themenabende mehr geben. Der SV Erbenheim, Eigentümer der Räumlichkeiten, betont seine politische Neutralität in der Sache. „Der Verein war, ist und bleibt politisch unabhängig“, sagt der Vorstand, stellt aber auch klar: „Leider gab es im Zuge der Farbbeutelattacke, die aufgrund der AfD-Treffen erfolgte, auch sehr starke Anfeindungen gegenüber dem Verein und seinen
Mitgliedern, bis hin zu persönlichen Beleidigungen.“ Davor müsse man den Verein und dessen Mitglieder schützen.

Merkurist