AfD-Referent Kaschke nach Hetze auf Facebook entlassen

Klaus-Peter Kaschke war seit dem 1. November politischer Referent der Rathausfraktion der Wiesbadener AfD. Dann wurden auf seinem privaten Facebook-Profil hetzerische Kommentare gefunden. Die Partei beendete daraufhin die Zusammenarbeit.

AfD-Referent Kaschke nach Hetze auf Facebook entlassen

Die Rathausfraktion der Wiesbadener AfD hat sich auf ihrer Fraktionssitzung am Montagabend einstimmig dafür entschieden, die Zusammenarbeit mit ihrem politischen Referenten Klaus-Peter Kaschke zu beenden. Das teilt die Fraktion in einer Pressemitteilung mit. Kaschke hatte das Amt erst seit dem 1. November inne.

„Unsere Linie ist, Respekt vor Andersdenkenden zu haben“ - Robert Lambrou

Grund für die sofortige Freistellung Kaschkes waren seine Kommentare in dem sozialen Netzwerk Facebook. Neben Beleidigungen und Diffamierungen einer ganzen Reihe von Bundespolitikern äußerte sich Kaschke auch immer wieder respektlos gegenüber Flüchtlingen und allen Andersdenkenden. „Unsere Linie ist, Respekt vor politisch Andersdenkenden zu haben, das ist die Basis einer Demokratie“, begründet Fraktionsgeschäftsführer Robert Lambrou den Schritt der AfD.

Auf dem Profil des nun freigestellten Referenten der AfD fanden sich Beleidigungen gegen Ursula von der Leyen als „Flintenmuschi“. Wolfgang Schäuble sei „das beste lebende Beispiel“ für Inzucht und Angela Merkel sei ein „Tier“, das „für uns und die nachfolgenden Generationen tausendmal schlimmer ist, als Trump es je sein kann.“

Einstimmiger Entschluss

Kaschke habe sehr einsichtig auf die Entscheidung reagiert und seine Posts bedauert. Trotzdem entschied man sich für seine Entlassung. „Dass Herr Kaschke nicht tragbar für uns ist, war uns gleich klar. Unsere Diskussion drehte sich mehr um die Frage, ob es wirklich sein Facebook-Account war“, so Lambrou. Er gestand außerdem ein, dass er sich den Vorwurf gefallen lassen müsste, das Profil Kaschkes vor seiner Einstellung nicht zu Rate gezogen zu haben. „Wir haben vier Vorstellungsgespräche geführt, haben die Kandidaten gegoogelt und so weiter.“ Das Erkennen, wer von potenziellen Bewerben in Ordnung sei und wer nicht, sei aber nicht immer leicht. „Wir ziehen viele Leute an, die nicht in Ordnung sind. Wenn man das aber dann erkennt, muss man sich auch konsequent trennen, wie wir es jetzt getan haben“, sagt Lambrou.

Aufgefallen war ihm das Profil bereits am 10. November. Lambrou und der Fraktionsvorsitzende Eckhard Müller gingen dann den politisch korrekten Weg und warteten erst die gemeinsame Entscheidung auf der Fraktionssitzung am 14. November ab, auf der Kaschkes Entlassung einstimmig beschlossen wurde.

Die anderen Mitarbeiter der Rathausfraktion habe man mittlerweile auch bei Facebook überprüft, jedoch keine Grundlage für weitere Schritte gefunden. Nun gilt es, die freigewordene Stelle zu besetzen. Die Wiesbadener AfD hat insgesamt drei politische Referenten, einer beginnt am 1. Dezember mit seiner Arbeit.

Merkurist