Die „nervigen Viecher“ sind zurück

Wer öfter am Rhein sitzt oder seine Wäsche draußen aufhängt, kennt sie vermutlich: Platanen-Netzwanzen. Vielen Wiesbadenern gehen sie auf die Nerven. Wird es in diesem Jahr besonders schlimm?

Die „nervigen Viecher“ sind zurück

Woher kommen die nervigen Tierchen? Diese Frage stellte Merkurist bereits im vergangenen Sommer und gemeint waren damit die Platanen-Netzwanzen. Sitzt man im Sommer am Rhein, kommt es nicht selten vor, dass die komplette Kleidung voll ist mit den kleinen Insekten. Auch wer in der Nähe wohnt und seine Wäsche draußen aufhängt, muss danach lange schütteln und knipsen, bis die letzte Wanze verschwunden ist. Doch sie sind in Wiesbaden kein neues Phänomen.

Wie Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe bereits im vergangenen Jahr erklärte, gibt es die Netzwanzen in Wiesbaden bereits seit 1994. „Zuvor waren sie in den 60er Jahren von Nordamerika nach Südeuropa eingeschleppt worden“, so Michalski. Seitdem arbeiteten sich die Netzwanzen Richtung Rhein-Main-Gebiet vor und lassen sich besonders gerne in größeren Städten nieder. „In Wiesbaden haben sie gute Bedingungen, weil es warm ist und es am Rhein viele Platanen gibt“, so Michalski.

Bekämpfung sinnlos

Der letzte heiße und trockene Sommer habe ihre Ausbreitung begünstigt, so Michalski. So auch in diesem Sommer. „In den letzten Wochen waren die Bedingungen wieder sehr günstig für die Netzwanzen.“ Ob der Sommer aber so heiß und trocken bleibt, lasse sich jetzt noch nicht sagen.

Auch eine Bekämpfung der Wanzen ergibt laut Michalski wenig Sinn. „Dann müsste man alle Platanen im Umkreis einnebeln, weil sie fliegen können und sich immer wieder auf andere Platanen zurückziehen könnten.“ Außerdem hätte eine Insektizidbehandlung der großen Platanen auch Nebenwirkungen für die Anwohner, wie Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum in Mainz sagte.

Für den Menschen sind die Wanzen ohnehin nicht gefährlich. Michalski rät deshalb, die Wäsche auf dem Dachboden oder in der Wohnung zu trocknen oder eine alte Gardine über die Wäsche zu hängen. „Wenn man verhindern will, dass sie in die Wohnung kommen, hilft beispielsweise ein engmaschiges Fliegengitter.“ (ms/ts)

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