Neuer Kaufinteressent für Real — Kaufland als Option?

Metro-Tochter Real hat die Verkaufsverhandlungen mit dem Immobilieninvestor Redos abgebrochen. Dafür steht nun ein neuer Interessent parat.

Neuer Kaufinteressent für Real — Kaufland als Option?

Im Rennen um den Kauf von Real hat es eine Wende gegeben: Nachdem der Real-Eigentümer Metro AG ein halbes Jahr mit dem Immobilieninvestor Redos verhandelt hatte und die Unterzeichnung des Kaufvertrages nur noch eine Frage der Zeit schien, wurden die Gespräche nun auf Eis gelegt. Stattdessen ist das Konsortium um den Investor X+Bricks wieder im Rennen. Wie die Metro AG am Donnerstag mitteilte, soll der Kaufvertrag am 30. Januar unterzeichnet werden. In Wiesbaden betreibt Real aktuell zwei Märkte, in der Mainzer Straße und der Äppelallee.

X+Bricks, ein Immobilieninvestor aus Frankfurt, zu dem auch Kaufland gehört, will gemeinsam mit dem Investor SCP Group als Käufer auftreten. Zuvor wurde bereits eine Absichtserklärung seitens der Käufer unterzeichnet, die beinhaltet, dass Real nicht nur als Webshop, sondern auch eine Teil der Filialen eigenständig fortbestehen wird. Insgesamt gehen — neben dem Onlinemarktplatz — auch die 80 Immobilien an das Konsortium über. Die etwa 34.000 Real-Mitarbeiter sollen, wenn es nach der Metro AG geht — alle übernommen werden.

Redos hatte laut einer Insiderin geplant, mehr als 50 Real-Märkte weiter zu betreiben. Die anderen Filialen sollten an Konkurrenten gehen. Sowohl Tegut als auch Edeka waren interessiert, das Kartellamt hatte bereits grünes Licht gegeben.

Was passiert mit den Wiesbadener Märkten?

X+Bricks hatte bereits vor den Verhandlungen der Metro AG mit Redos Interesse geäußert. Der damals vorgeschlagene exklusive Kooperationsvertrag mit Kaufland wurde in den neuerlichen Verhandlungen aufgelöst. Dadurch will man möglichen kartellrechtlichen Problemen aus dem Weg gehen.

Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ spiele Kaufland aber weiterhin eine entscheidende Rolle als Nachfolger. Eine Aufteilung der Märkte könne nur gelingen, wenn eine größere Anzahl an Märkten übernommen wird. Laut des Berichts würde sich Kaufland gerne mindestens 100 Märkte einverleiben. Dabei hat das Kartellamt ein Wort mitzureden. Die Probleme scheinen aber lösbar. Die Frage, was mit den beiden Real-Märkten in Wiesbaden passiert, bleibt indes weiter offen. Zu den einzelnen Filialen könne man sich derzeit noch nicht äußern, so eine Metro-Sprecherin. (nl)

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