Fußgängerzone Wellritzstraße ist eröffnet

Die Wellritzstraße ist zwischen Hellmund- und Helenenstraße ab sofort eine Fußgängerzone. Für mindestens ein Jahr soll hier neues Leben einkehren. Wenn das Pilotprojekt gut läuft, auch länger.

Fußgängerzone Wellritzstraße ist eröffnet

Die Wellritzstraße ist seit Freitag, den 12. April eine Fußgängerzone. Der Bereich zwischen der Hellmund- und Helenenstraße ist ab sofort mindestens ein Jahr lang für Autofahrer tabu. Stattdessen tummeln sich Fußgänger und Radfahrer entlang der neu geschaffenen Außenplätze der ansässigen Gastronomen.

„Hier wird heute Geschichte geschrieben.“ - Roland Stöcklin, Geschäftsführer SEG

„Hier wird heute Geschichte geschrieben“, erklärt SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin, als er den Anwohnern die „neue“ Wellritzstraße vorstellt. Geschichtsträchtig ist alleine schon die Zeit zwischen dem Antrag und der Umsetzung — schon im Juli 2016 kam das Thema „Fußgängerzone Wellritzstraße“ in der Stadtpolitik auf. Mit dem Abschnitt ist damit die erste Fußgängerzone im Westend entstanden.

Die rund 150 Meter lange Fußgängerzone startet zunächst als einjähriges Pilotprojekt. In diesem Zeitraum werden Erfahrungen gesammelt. Bewohner und Gewerbetreibende aus der Wellritzstraße haben in dieser Zeit Gelegenheit, immer wieder Anregungen vorzutragen und eventuelle Veränderungen voranzutreiben. 2020 wird dann entschieden, ob die Fußgängerzone auch über diesen Zeitraum hinaus eine Zukunft hat.

„Die Wellritzstraße hat einen bestimmten Ruf.“ - Volker Wild, Ortsvorsteher

„Wo, wenn nicht hier, sollte man ein solches Projekt ausprobieren?“, fragt Ortsvorsteher Volker Wild. Die Wellritzstraße habe einen eigenen Charakter und „einen bestimmten Ruf.“ „Sie ist laut, polarisiert und vibriert. Kurz gesagt: sie lebt.“

Vorbild für die ganze Stadt

Läuft der Versuch gut, hat dies nicht nur eine dauerhafte autofreie Wellritzstraße zum Ergebnis. Laut Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) soll das Projekt auch als Erfahrung für andere Quartiere herhalten. „Wir wollen hier und da die Autos etwas zurückdrängen, um den Menschen Raum zu geben“, sagt er. Auch andere Straßen in der Stadt könnten einem ähnlichen Wandel unterzogen werden. Derzeit deuten nur Hinweisschilder auf die Fußgängerzone hin. Poller, die die Einfahrt verhindern, nicht installiert. Ansonsten wäre die Einfahrt für Lieferverkehr, Anwohner sowie Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst nicht möglich. Die Idee, die bestehenden Poller, die die Fahrbahn vom Gehweg trennen, zu entfernen, wird derzeit noch geprüft. Dies könnte vor allem den Terrassen der Gastronomen zugute kommen.

Einfach, sagt Kowol, sei das Vorantreiben des Projektes aber nicht gewesen sein. „Viele verschiedene Interessen prallen in dieser Straße aufeinander“, sagt er und meint damit etwa Parkplatz suchende Anwohner oder Gewerbetreibende, die auf Lieferungen angewiesen sind.

Gastronomen bekommen Außenplätze

Auf beiden Straßenseiten haben die ansässigen Gastronomen seit Freitag auch kleine Außenterrassen. „Harput“, der „Wellritzgrill“, das Restaurant „Istanbul“, ein Kisok und die Bäckerei „Plandöken“ dürfen ihre Gäste nun auch im Freien bewirten.

Darüber hinaus soll die Straße durch verschiedene Events mit Leben gefüllt werden. Robert Stöcklin verweist dabei etwa auf den „Tag der offenen Gesellschaft“, die „Kulturtage Westend“ und das Programm „Schöne Ferien vor Ort“. Und auch zur Eröffnung waren bereits spielende Kinder auf der sonst befahrenen Strecke zu sehen, die Hüpfkästchen und Gemälde mit Kreide auf den Asphalt malten. (lp)

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