Wiesbadener Feuerwehr setzt automatisierte Drohne ein

Eine neue Drohne soll der Feuerwehr Wiesbaden erste Bilder von Einsatzstellen liefern, noch bevor die Einsatzkräfte eintreffen.

Wiesbadener Feuerwehr setzt automatisierte Drohne ein

Die Feuerwehr Wiesbaden testet eine neue Drohne, die kurz nach einem Notruf erste Luftbilder von Einsatzstellen liefert – oft noch bevor die ersten Fahrzeuge eintreffen. Wie die Feuerwehr mitteilt, handelt es sich bei der automatisiert alarmierbaren Drohne um ein Pilotprojekt.

In den kommenden Monaten erproben die Feuerwehr und das Unternehmen Skyflow gemeinsam, wie Drohnen die Gefahrenabwehr und Einsatzführung unterstützen können. „Mit unseren kontinuierlichen Investitionen in die Feuerwehr verbessern wir die Arbeitsbedingungen der Einsatzkräfte und stärken zugleich die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger“, sagt Oberbürgermeister und Feuerwehrdezernent Gert-Uwe Mende.

Die neue Drohne sei ein Beispiel für die erfolgreiche Digitalisierung. Sie liefere schnelle Lagebilder und ermögliche es, Einsätze noch effizienter zu bewältigen. Auch Thorsten Wenderhold, Abteilungsleiter Einsatzdienst der Feuerwehr Wiesbaden, sieht große Vorteile: „Die Drohne verschafft uns in vielen Situationen einen deutlichen Informationsvorsprung. Gerade bei weitläufigen oder schwer einsehbaren Einsatzstellen können wir schneller erkennen, welche Kräfte und Maßnahmen tatsächlich benötigt werden. Das erhöht die Sicherheit und spart wertvolle Zeit.“

Schneller Überblick aus der Luft

Die Drohne ist auf dem Dach der Feuer- und Rettungswache 3 in Igstadt stationiert und wird parallel zu den Einsatzkräften alarmiert. Einen Zeitvorteil und eine schnelle Übersicht aus der Luft bietet sie vor allem bei Vegetationsbränden, größeren Einsätzen oder Verkehrsunfällen auf den Autobahnen rund um Wiesbaden. Die Einsatzleitung erhält so frühzeitig wichtige Informationen über Ausbreitung, Zugangswege oder mögliche Gefahrenbereiche.

Die Livebilder stehen sowohl in der Integrierten Leitstelle Wiesbaden als auch direkt an der Einsatzstelle zur Verfügung, sodass die Lage schon während der Anfahrt bewertet werden kann. Die Einführung des Systems ist Teil der Weiterentwicklung der digitalen Führungsunterstützung bei der Feuerwehr Wiesbaden. Bereits heute sind fast alle Einsatzfahrzeuge mit Tablets ausgestattet. Zudem arbeitet die Feuerwehr mit vernetzten digitalen Lagekarten, über die Informationen in Echtzeit ausgetauscht werden können.

Automatisierter Flug

Der Flugbetrieb erfolgt automatisiert, wird aber jederzeit von geschulten Drohnenpiloten der Firma Skyflow überwacht, die bei Bedarf eingreifen können. Die Einsätze finden ausschließlich anlassbezogen im Zusammenhang mit Feuerwehreinsätzen statt. Eine dauerhafte Überwachung öffentlicher Bereiche gibt es nicht. Laut Feuerwehr werden alle datenschutz- und luftfahrtrechtlichen Vorgaben eingehalten.

Das System verfügt zudem über Sicherheitsfunktionen wie das automatische Vermeiden sensibler Bereiche. Mit dem Projekt sammelt die Feuerwehr Wiesbaden wichtige Erfahrungen für den zukünftigen Einsatz automatisierter Luftunterstützung. Die Ergebnisse der Erprobungsphase sollen anschließend ausgewertet und in die weitere Entwicklung des Systems einfließen.