Nach Angriffen: Hessischer Innenminister fordert mehr Rückhalt für Einsatzkräfte

400 zusätzliche Body-Cams für Polizei

Nach Angriffen: Hessischer Innenminister fordert mehr Rückhalt für Einsatzkräfte

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) hat bei einer Sitzung im Landtag die steigende Zahl von Angriffen gegen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte verurteilt. Um diese Straftaten besser zu verfolgen, kündigte der Minister die Anschaffung von 400 zusätzlichen Body-Cams für hessische Polizisten an.

Laut dem Innenministerium wurden 2019 mehr als 4000 Polizeibeamte Opfer von Übergriffen. Neun von zehn Schutzpolizisten im Land hätten bereits Erfahrungen mit Gewalt gemacht. Beuth erklärte, dass man diese Entwicklung nicht weiter hinnehmen wolle: „Die Attacke in Dietzenbach und die Ausschreitungen in Stuttgart sind jüngster Beleg einer hemmungslosen Gewalt, die leider immer wieder Einsatzkräften zuteilwird.“ Beuth fordert daher für Angreifer von Polizisten eine Mindeststrafe von sechs Monaten, anstatt wie bisher nur eine Geldstrafe.

Um solche Angriffe besser zu registrieren, will Beuth die hessische Polizei mit 400 zusätzlichen Body-Cams ausrüsten. So soll in Zukunft jede Polizeistreife über mindestens eine Schulterkamera verfügen. „Unsere jahrelangen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Body-Cam zu einer Deeskalation von Kontrollmaßnahmen beiträgt und potenzielle Aggressoren abschreckt“, erklärt Beuth.

Hessen setzte 2015 als erstes Bundesland Body-Cams im Streifendienst ein. Aktuell sind etwa 400 Geräte im Einsatz, welche schrittweise durch neuere Modelle ersetzt werden. (ms)

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