Die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden haben eine neue Führung im Aufsichtsrat: Am Donnerstag (24. September) wurde Andreas Kowol (Grüne), der ebenfalls Dezernent für Gesundheit und Soziales ist, einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Das teilte die Landeshauptstadt Wiesbaden mit. Die Stadt ist über die EGW GmbH mit 51 Prozent an den Kliniken beteiligt.
Kowol, der vom Magistrat für die Wahl vorgeschlagen wurde, bedankte sich für das Vertrauen. „In einer Zeit, in der die Gesundheitsversorgung vor großen Herausforderungen steht, sehe ich es als meine Aufgabe, gemeinsam mit allen Mitgliedern des Gremiums, der Geschäftsführung und den Beschäftigten die strategische Weiterentwicklung unserer Kliniken voranzutreiben“, erklärte er. Sein Ziel sei es, eine „hochwertige, wohnortnahe und zukunftsfähige Patientenversorgung für Wiesbaden und die Region zu sichern“. Kowol war seit 2017 Verkehrsdezernent und wechselte 2026 ins Sozialdezernat.
Neuer Aufsichtsratschef mit Fokus auf Familien
Ein konkretes Projekt zur Stärkung des Gesundheitsstandorts ist der Bau von 168 neuen Betriebswohnungen direkt an den Kliniken. Am Freitag, nur einen Tag nach Kowols Wahl, wurde dort das Richtfest gefeiert. In seiner neuen Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender betonte Kowol: „Gute Gesundheitsversorgung hängt aber auch davon ab, unter welchen Bedingungen die Menschen arbeiten können, die sie jeden Tag sicherstellen.“
Dazu zählten kurze Wege, bezahlbarer Wohnraum und eine passende Kinderbetreuung. „Dass wir die neuen Betriebswohnungen deshalb mit einer betrieblichen Kindertagespflege verbinden, ist ein ganz konkreter Beitrag dazu, Familien zu entlasten“, so Kowol. Insgesamt investiert die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWW rund 50 Millionen Euro in das Projekt. Die Fertigstellung ist für September 2027 geplant.
168 neue Betriebswohnungen
Auf dem Gelände entstehen zehn Gebäude in Holzhybridbauweise mit Wohnungen von einem bis sechs Zimmern. Die 168 neuen Betriebswohnungen haben eine Wohnfläche von rund 12.500 Quadratmetern. Neben Balkonen und Fußbodenheizung sind auch begrünte Dächer mit Photovoltaikanlagen sowie ein Quartiersplatz und ein Spielplatz vorgesehen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) nannte das Projekt ein „starkes Signal“ im Kampf gegen die Wohnungsnot.
Laut Thomas Keller, Geschäftsführer der GWW, gehe man damit sowohl den Mangel an bezahlbarem Wohnraum als auch den Fachkräftemangel an. Auch HSK-Repräsentant Thorsten Sleifir betonte, dass die Nähe von Wohnen und Arbeiten die Attraktivität der Klinik stärke. „Insgesamt entsteht hier ein moderner, trägerübergreifender Gesundheitscampus, der in dieser Form seinesgleichen sucht.“