Diese Note stellen die Wiesbadener ihrem Nahverkehr aus

Überwiegend positive Noten geben die Wiesbadener ihrem öffentlichen Nahverkehr. Das ergibt die neue ESWE-Passantenumfrage. Autofahrer erleben die Landeshauptstadt laut der Studie deutlich anders.

Diese Note stellen die Wiesbadener ihrem Nahverkehr aus

Die Fahrgäste in Wiesbaden sind zufriedener mit dem Busangebot von ESWE Verkehr. Das geht aus der jährlichen Passantenbefragung hervor, deren Ergebnisse das Verkehrsunternehmen am Donnerstag vorgestellt hat. In der von der Hochschule RheinMain durchgeführten Studie für das Jahr 2025 erhielt ESWE Verkehr die Gesamtnote 2,69 und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr (2,79) in fast allen Teilbereichen – nur nicht im Preis-Leistungs-Verhältnis.

Gewachsenes Vertrauen

Die Geschäftsführerin der ESWE Verkehr, Marion Hebding, will diese Wahrnehmung der Befragten aber auch im Kontext der generell gestiegenen Lebenshaltungskosten gesehen wissen. Insgesamt sei das Vertrauen in ESWE Verkehr gestiegen, so die Geschäftsführerin. Die Ergebnisse würden zeigen, dass sich die Bemühungen um einen besseren Service für die Fahrgäste lohnen. Die Fahrgastzahlen sind zuletzt auf knapp 59 Millionen gestiegen.

ÖPNV beliebt bei junger Kundschaft

Vor allem jüngere ÖPNV-Benutzer seien, was ihre Mobilität angehe, agnostisch: Ob E-Roller, Auto oder Bus, was zählt sei, zügig ans Ziel zu kommen, erklärte Andreas Kowol, Aufsichtsratsvorsitzender der ESWE Verkehr. Der Leiter der Studie, Professor Dr. Bernhard Heidel, bestätigt: „Das Auto ist nicht mehr das Status-Symbol für junge Leute, das es früher war.“

Autofahrer: Unzufriedenheit steigt

Rund ein Drittel der Befragten war eigenen Angaben zufolge Autofahrer. Sie bewerteten das Erlebnis als Verkehrsteilnehmer im Raum Wiesbaden klar schlechter. Vor allem Parkplatzsituation und Kosten fürs Parken, als auch das insgesamt als langsam wahrgenommene Vorankommen in der Stadt mit dem PKW wurden in der Studie negativ bewertet.

Pünktlichkeit und volle Busse bleiben Thema

ESWE Verkehr kann dagegen auf überwiegend gute Rückmeldungen blicken. Verbesserungspotenzial gibt es laut Studie vor allem bei der Pünktlichkeit und der „Atmosphäre“, also wie voll die Busse sind. „Es gibt natürlich immer noch Punkte, in denen wir uns weiter verbessern können und wollen. Daran arbeiten wir kontinuierlich“, so Geschäftsführerin Hebding.

Andreas Kowol (Grüne) sieht die Ergebnisse als Bestätigung. Er kündigt an: „Mit der geplanten Liniennetzreform werden wir durch neue, direktere Verbindungen und zusätzliche Erschließungen dafür sorgen, dass Busfahren in Wiesbaden künftig effizienter und noch attraktiver wird.“ Vor allem mit weiteren Doppelgelenkbussen könne man die Kapazität schaffen, die hierzu benötigt würde.

ESWE Verkehr lässt die repräsentative Zufriedenheitsmessung seit 20 Jahren durchführen. Unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel und Prof. Dr. Tobias Heußler (Hochschule RheinMain) werden Passanten an zehn Standorten im Wiesbadener Stadtgebiet allgemein nach ihrer Verkehrsmittelnutzung und speziell zu ihrer Zufriedenheit mit dem Nahverkehrsangebot befragt. Die nächste Befragungsrunde für das laufende Jahr wurde bereits gestartet.