Nach Frankfurt: Wie die Polizei in Wiesbaden Ausschreitungen verhindert

Nach den Ausschreitungen auf dem Frankfurter Opernplatz wächst die Sorge, dass ähnliches in Wiesbaden passieren könnte. Die Polizei will mit starker Präsenz dagegenwirken.

Nach Frankfurt: Wie die Polizei in Wiesbaden Ausschreitungen verhindert

Fliegende Flaschen, umgeworfene Mülltonnen, verletzte Polizisten: Die Bilder vom Frankfurter Opernplatz vergangenes Wochenende hatten für bundesweites Aufsehen gesorgt. Eine eigentlich friedliche Feier auf dem Platz war in der Nacht zu Sonntag eskaliert: Rund 500 bis 800 Personen lieferten sich eine Straßenschlacht mit der Polizei. 39 Personen konnten festgenommen werden, fünf Polizisten wurden verletzt. Auch in Stuttgart war es vor einigen Wochen zu einem ähnlichen Vorfall gekommen.

Viele Feiern in Wiesbaden

Wie in Frankfurt treffen sich auch in Wiesbaden an den Wochenenden immer mehr Menschen abends an öffentlichen Plätzen, um gemeinsam zu feiern. Da Nachtclubs und Großveranstaltungen wegen der Coronakrise weiterhin untersagt sind, bilden öffentliche Plätze eine beliebte Alternative. Wie viele das nutzen konnte am Wochenende im Wiesbadener Kneipenviertel beobachtet werden: Wegen zu starkem Andrang musste die Polizei in der Nacht zu Sonntag die Wagemannstraße räumen. Über 200 Personen hatten dort gefeiert, für die Corona-Auflagen jedoch zu viele. Die Räumung der Straße lief laut Polizei friedlich ab.

„Ansammlungen feiernder Menschen bilden sich insbesondere in der Altstadt und dem Bereich der Fußgängerzone, dem Bowling Green, auf dem Warmen Damm und auch im Bereich des ehemaligen Schlachthofs“, erzählt Ben Kandler von der Wiesbadener Polizei. Diese seien in der Regel in Wiesbaden kein Problem. „Wir stehen mit der Stadt Wiesbaden in einem fortdauernden Dialog und bewerten die Lage jede Woche neu“, so Kandler. Aktuell geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den meisten Feiernden um friedliche Personen aus allen Schichten der Stadt handelt. Darunter befinde sich aber auch „polizeibekanntes Klientel“, was bei der wöchentlichen Planung mit beachtet werde.

Gemeinsam sicheres Wiesbaden

Um Zustände wie in Frankfurt zu vermeiden, setzt die Polizei weiterhin auf ihr Programm „Gemeinsam sicheres Wiesbaden.“ Mit der Einführung der Waffenverbotszone im Januar gestartet, führt die Landes- gemeinsam mit der Stadtpolizei regelmäßige Kontrollen in der Wiesbadener Innenstadt durch. „Durch die Präsenzsteigerung sind Polizei und Stadtpolizei insbesondere zu den Hauptzeiten der Ansammlungen im öffentlichen Raum sichtbar, die Einsatzkräfte sind stets ansprechbar und erreichbar“, erklärt Kandler. Durch Kommunikation wolle man Transparenz schaffen, um polizeiliches Handeln auch dann zu erklären, wenn im Einzelfall ein entschlossenes Handeln notwendig sei. (mo)

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