Parkchaos in Schierstein: Hilft die neue Beschilderung am Westhafen?

Das Parken in der Wasserschutzzone am Schiersteiner Westhafen ist eigentlich verboten. Damit Autofahrer dieses Verbot auch beachten, gibt es seit Anfang September mehrere Verkehrsschilder. Das scheint aber nicht alle von der Einfahrt abzuhalten.

Parkchaos in Schierstein: Hilft die neue Beschilderung am Westhafen?

Eigentlich ist das Parken im Wasserschutzgebiet am Schiersteiner Westhafen nicht erlaubt. Die Autos stören die Störche in ihrer Brutzeit und andere Tiere in ihrem Lebensraum. Lange ignorierten vor allem viele Autofahrer dieses Verbot und fuhren über die Christian-Bücher-Straße direkt bis an den Damm, um dort spazieren zu gehen. Die große Liegewiese am Schwimmclub diente dann als Parkfläche.

Um das zu verhindern und den Autofahrern deutlich zu zeigen, dass die Einfahrt dort verboten ist, hat die Stadt Anfang September Schilder an der Einfahrt zu der Straße montiert (wir berichteten):

Der Ortsbeirat zog wenig später mit einem weiteren Schild nach, das das Verkehrsschild der Stadt genauer erläutert:

Die vielen Schilder am Westhafen sind eigentlich schwer zu übersehen. Trotzdem verirrten sich am 21. September gleich mehrere Autofahrer wieder auf die große Wiese in der Wasserschutzzone. An diesem Tag fand der Deutschland-Cup für Pinkpaddler und ein Fun-Sport-Cup an der Regattabahn statt. Merkurist-Leserin und Schiersteinerin Christina fragt sich deshalb, ob es für Veranstaltungen, wie die an der Regattabahn, Ausnahmeregelungen gibt und ob es nicht vielleicht eine bessere Lösung als die vielen Schilder gegeben hätte. Vor allem das Schild des Ortsbeirats mache für sie wenig Sinn:

Tatsächlich muss es das gar nicht, erklärt Ortsvorsteher Urban Egert (SPD). „Das erklärende Schild des Ortsbeirats richtet sich in erster Linie nicht an die Autofahrer – für die gibt es ja die offiziellen Verkehrszeichen. Es ist als erklärender Hinweis für die gedacht, die dort anhalten und ihr Fahrzeug stehen lassen oder die zu Fuß gehen.“

„Wenn jemand eine andere Lösung hat, möge er diese bitte mitteilen.“ - Urban Egert, Ortsvorsteher

Es habe auch andere Überlegungen gegeben, um den Autofahrern klar zu machen, dass sie dort nicht durchfahren dürfen — zum Beispiel eine Schranke — „aber eine Lösung ist ja erst eine Lösung, wenn sie praktikabel ist“, so Egert. Für Ideen sei der Ortsbeirat offen: „Wenn jemand eine andere Lösung hat, möge er diese bitte mitteilen. Den zuständigen Ämtern und auch uns ist nichts Besseres eingefallen.“

Positive Rückmeldungen zur Beschilderung

Bisher habe die neue Beschilderung in seinen Augen aber ohnehin nur positive Ergebnisse gebracht: „Aus meiner Sicht und auf Grund der erhaltenen Rückmeldungen kann ich sagen, dass sich die Situation wesentlich verbessert hat“, sagt er. Vor allem am Wochenende habe sich die Parksituation entspannt.

Dass die Schilder aber natürlich nicht davor schützen, dass trotzdem vereinzelt Autofahrer unerlaubt in die Wasserschutzzone fahren, weiß auch der Ortsvorsteher. Im Falle der Veranstaltung an der Regattabahn habe es eine von wenigen Ausnahmen gegeben. „Allerdings nicht für die Besucher sondern als ‘Sattelplatz’ für die Teilnehmer.“ Alle Autofahrer, die ohne Genehmigung einfahren, müssten deshalb auch weiterhin vor Ort kontrolliert werden. „Aber auch das ist aufgrund der nun eindeutigen und klaren Regelung viel einfacher geworden.“ (nl)

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