Verkehrschaos und wenig Platz in der Scharnhorststraße

Die Scharnhorststraße im Westend ist wie viele Straßen in dem Wiesbadener Stadtteil eng und oftmals zugeparkt. Dürfen die Autos überhaupt dort parken?

Verkehrschaos und wenig Platz in der Scharnhorststraße

Die Scharnhorststraße ist eine von vielen Straßen im Wiesbadener Westend, die Anwohnern und Besuchern Kopfschmerzen bereiten. Sie ist eng, oft zugeparkt und manchmal unübersichtlich. Immer wieder ist sie deshalb auch Thema in Politik und Gesellschaft. Manche fordern, dass in der Straße, die auch an der Blücherschule entlangführt, langsamer als Tempo 30 gefahren werden sollte. Andere wünschen sich ein neues Parkkonzept. Leser Eric wundert sich vor allem über die Autos, die am rechten Fahrbahnrand parken:

Die parkenden Autos würden auch dafür sorgen, dass man bei Gegenverkehr warten und Slalom fahren muss. Am Morgen und am frühen Nachmittag zeigt sich das besonders gut. Nämlich dann, wenn die Eltern der Grundschüler ihre Kinder zur Blücherschule bringen oder abholen wollen. Mit ihren Autos halten sie zwischen den dort ohnehin schon parkenden Fahrzeugen und versperren die Sicht. Das sorgt immer wieder dafür, dass Kinder auf der Straße übersehen werden, weshalb es mittlerweile eine Kampagne gibt, die Eltern über die Gefahren von Elterntaxis aufklären soll.

Die Verkehrspolizei hat dagegen keine richtige Handhabe. „Verbieten können wir es den Eltern nicht, wir können nur an sie appellieren, ihre Kinder nicht direkt bis vor die Schule zu fahren“, sagt Michael Zollmann, Abteilungsleiter der Verkehrspolizei. Denn laut Straßenverkehrsordnung darf man grundsätzlich am rechten Fahrbahnrand halten und parken, wenn das Auto einen Mindestabstand von drei Metern zum linken Fahrbahnrand einhält. Es muss genügend Platz für größere Fahrzeuge wie Feuerwehr-, Rettungswagen und Müllautos bleiben. So ist das auch in der Scharnhorststraße.

Die Probleme, die Leser Eric beim Ausparken hat, muss er also aushalten, wenn das Fahrzeug auf der anderen Seite drei Meter weit weg steht. „Beim Ein- und Ausparken ist bis zu dreimal rangieren zumutbar“, erklärt Zollmann. Dazu gab es sogar einmal einen Entschluss des Bundesverwaltungsgerichts. Ein Mann hatte geklagt, weil er wegen eines parkenden Autos dreimal rangieren musste, um aus seiner Einfahrt fahren zu können. Das Gericht wies seine Klage ab, weil dieser Aufwand im Fall der Breite der Straße, in der er wohnt, zumutbar sei.

Straßen werden durch mehr Platz zu Rennstrecken

Dass viele Straßen, besonders im Westend, durch parkende Autos so eng sind, ärgert zwar viele, es gebe aber auch eine gute Seite, so Zollmann. „Auf der einen Seite wollen wir natürlich, dass der Verkehr leicht abgewickelt werden kann, auf der anderen Seite fahren die meisten Autofahrer aber schneller, wenn sie mehr Platz auf der Straße haben“, sagt er. Gerade im Bereich einer Grundschule sei es also manchmal auch hilfreich, wenn dort nicht mit hohen Geschwindigkeiten durchgefahren werden kann.

„Wir versuchen mit engmaschigen Kontrollen immer wieder Zeichen zu setzen.“ - Michael Zollmann, Verkehrspolizei

Trotzdem kontrolliere die Verkehrspolizei Falschparker regelmäßig. Manchmal auch mithilfe von Kontrollfahrten der Feuerwehr, bei denen immer wieder Fahrzeuge abgeschleppt werden, weil der Einsatzwagen nicht durchkommt. Besonders ärgerlich seien dabei immer wieder Autos, die eng an Kreuzungen parken. Dort müssen Autofahrer nämlich sogar fünf Meter Abstand zum Schnittpunkt der Straßen einhalten — und das werde oft missachtet. „Wir versuchen mit engmaschigen Kontrollen immer wieder Zeichen zu setzen“, sagt Zollmann. „Aber um jedes Vergehen zu sehen, sind Autofahrer einfach zu findig.“ Die Verkehrspolizei sei also immer darauf angewiesen, dass die Autofahrer selbst Einsicht zeigen und sich an die Straßenverkehrsordnung halten. (ts)

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