Warum im Westend immer mehr Metallständer aufgestellt werden

Rund 500 bügelförmige Metallgestänge will die Stadt auf Parkplätzen - vor allem im Westend - aufbauen. Dort sollen künftig Fahrräder statt Autos einen Parkplatz finden.

Warum im Westend immer mehr Metallständer aufgestellt werden

„Parkplätze im Westend sind rar“, findet Merkurist-Leserin Cornelia. Da kommt es auch schonmal vor, dass Autofahrer auf nicht ganz legale Stellflächen ausweichen. Umso überraschter war sie, als die Stadt vor Kurzem in der Bülowstraße Metallgestelle auf Flächen aufstellen ließ, wo zuvor öfter Autofahrer geparkt hatten. In einem Snip fragte Cornelia, was es mit den Metallgebilden auf sich hat.

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Fahrradständer statt Parkplätzen

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Die Metallgestänge, die nicht nur in der Bülowstraße zu finden sind, dienen als Fahrradständer. Sie werden seit vergangenem Sommer an mehreren Standorten in der Stadt schrittweise aufgestellt. Den Anfang machte dabei die Bleichstraße (wir berichteten. Dort finden seitdem 44 Fahrräder vor der Volksbank an der Ecke Bismarckring einen Stellplatz. Dafür mussten drei Autoparkplätze weichen. In der Bülowstraße zeigen die Zahlen noch deutlicher, dass mehr Fahrräder auf die Fläche passen als Autos, wie Merkurist-Leser Andreas zusammenfasst.

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Insgesamt, so der Plan der Stadt, sollten in Wiesbaden rund 500 dieser Fahrradständer aufgebaut werden. „Derzeit stehen 177 Abstellplätze an 19 Standorten in der gesamten Stadt zur Verfügung, weitere Bügel werden im Laufe des Frühjahr/Sommers 2018 aufgestellt“, erklärt Rosa Jahn, Radverkehrsplanerin aus dem Tiefbau- und Vermessungsamt der Stadt Wiesbaden. „Die Zahl 500 wird auf jeden Fall erreicht und sogar übertroffen werden“, sagt sie.

Immer mehr Radfahrer im Westend

Dass die Fahrradständer vor allem im Westend aufgebaut werden, ist dabei kein Zufall. Eine Analyse der Stadt Wiesbaden zeigt, dass in diesem Viertel immer mehr Bewohner vom Auto auf's Fahrrad umsteigen. Schon 2015 habe es insgesamt 1500 weniger Fahrzeuge im Westend gegeben als noch 1995. Das macht einen Rückgang von 27,5 Prozent.

„Das letzte Wort haben immer die politischen Gremien.“ - Rosa Jahn

Aber auch an anderen Standorten soll künftig mehr Platz für abgestellte Fahrräder geschaffen werden. Wie Jahn berichtet, hätten viele Ortsbeiräte Fahrradbügel an konkreten Standorten erbeten. Dem Amt lägen derzeit Anfragen für Mitte, Rheingauviertel, Heßloch, Nordost, Biebrich, Erbenheim und Kastel vor. „Wir arbeiten diese Beschlüsse derzeit ab“, sagt die Radverkehrsplanerin. „Das letzte Wort haben immer die politischen Gremien. Wegen dieses vorgegebenen Ablaufs vom Ortsbeiratsbeschluss bis zur Ausführung dauert es auch oft länger als man sich das wünscht.“

Kein Konflikt mit Autofahrern

„An heiklen Stellen haben wir keine Bügel aufgestellt.“ - Rosa Jahn

Anders, als Merkurist-Leserin Cornelia vermutet, sollen sich bei den neu geschaffenen Abstellflächen Autofahrer und Radfahrer aber nicht in die Quere kommen. Pkw-Stellplätze wolle man erhalten, die Metallbügel werden lediglich zusätzlichen Raum schaffen. „Die Standorte sind mit den Ortsbeiräten abgestimmt“, so Jahn. „An heiklen Stellen haben wir bislang keine Fahrradbügel aufgestellt.“

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