Immer mehr Halsbandsittiche wohnen in Wiesbaden

Laut Vogelschützern steigt die Zahl der in Wiesbaden wohnhaften Sittiche weiter an. Die Schlafplätze der Vögel verlagern sich dabei vom Rheinufer immer mehr in Richtung Innenstadt.

Immer mehr Halsbandsittiche wohnen in Wiesbaden

Ob Rheinufer, oder Schloss: Biebrich, der größte Stadtteil von Wiesbaden, bietet viele nicht zu übersehende Sehenswürdigkeiten. Es gibt aber auch ein paar Besonderheiten im Stadtteil, die man erst auf den zweiten Blick sieht: Seit vielen Jahren nennen hunderte Halsbandsittiche den Schlosspark und das Rheinufer ihr Zuhause.

Besonders in den Abendstunden sind die exotischen Vögel gut zu hören, wenn sie sich in den Bäumen, etwa entlang der Äppelallee niederlassen. Durch das angenehme Klima gelten die Städte entlang des Rheins als ein beliebter Nistplatz für die Vögel. So zählt der Naturschutzbund (Nabu) in ganz Deutschland etwa 35.000 Vögel, die auch in anderen Rheinstädten wie Köln oder Ludwigshafen nisten.

Beobachtet werden die Sittiche von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Diese führt zwei Mal im Jahr eine Zählung der Vögel durch, um genau nachzuvollziehen, wo sich die Tiere in Wiesbaden aufhalten. Zuletzt zählte die HGON Ende Juli und kam dabei zu erstaunlichen Ergebnissen: „Viele Halsband- und Alexandersittiche nisten mittlerweile am Kaiser-Friedrich-Platz, mitten in Wiesbaden“ erzählt Oliver Weirich, Vogelschutzbeauftragter für Wiesbaden. Insgesamt ergab die Zählung etwa 800 Tiere, die an einem Baum an der Wilhelmstraße übernachten, während weitere 800 Tiere an Bäumen an der Äppelallee übernachten. Insgesamt kam die Zählung auf 2350 Halsbandsittiche und 800 große Alexandersittiche in Wiesbaden.

Wechselnde Schlafbäume

Sittiche haben feste Schlafbäume, zu denen sie in den Abendstunden zurückkehren, erklärt Weirich. „Wir beobachten, dass Sittiche, zum Teil sogar aus Frankfurt, zum Schlafen nach Wiesbaden kommen.“ Schlafbäume seien Bäume, auf denen die Sittiche außerhalb der Brutzeit nachts in großer Zahl sitzen. „Selbst Bäume, in denen kurz vor Sonnenuntergang noch hunderte Sittiche aktiv sind, werden meist noch verlassen“, sagt der Vogelschützer. Nur um auf ihrem persönlichen Schlafbaum übernachten zu können.

Die Sittiche würden dabei aber auch immer wieder die Bäume wechseln. So hatte die HGON bei der Zählung im Juli festgestellt, dass einige ehemalige Schlafbäume, etwa am Schiersteiner Hafen, dem Dürerplatz oder Hauptbahnhof, mittlerweile verlassen seien. Um das Verhalten der Sittiche besser nachzuvollziehen, bittet Weirich daher die Bevölkerung um Mithilfe. Wer in Wiesbaden Schlafstellen von Sittichen vermutet, kann sich mit Oliver Weirich per Email unter oliver.weirich@gmx.net in Verbindung setzen. (ms)

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