Zwei neue Sprühnebel-Anlagen sollen für Abkühlung in der Wiesbadener Innenstadt sorgen. Die erste dieser Anlagen wurde nun am Donnerstag (25. Juni) auf dem Kochbrunnenplatz eingeweiht. Am Dern’schen Gelände hingegen verzögert sich der ebenfalls für Donnerstag geplante Start aufgrund eines technischen Defekts.
Zehn Sekunden nach Knopfdruck versprühen die Düsen für drei Minuten einen feinen Wassernebel. Dieser soll die Umgebungsluft um bis zu zwölf Grad abkühlen, ohne dabei die Kleidung nass zu machen. Aufgrund der Höhe der Düsen auf 2,5 Metern, muss jedoch auch der Wind mitspielen, damit man einen kühlenden Effekt spürt. Der Wasserverbrauch pro Anlage liegt bei rund 100 Litern am Tag, was in etwa dem Tagesverbrauch eines Bürgers entspreche.
Die Installation der Anlagen sei eine Reaktion auf die zunehmenden Hitzewellen, sagt Stadträtin Ulla Bai. Sie spricht bei der Eröffnung in Vertretung von Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger. „Wir spüren sehr wohl den Klimawandel in den Städten. Wir müssen als Stadt etwas dagegen leisten“, erklärte die Stadträtin. Die beiden Anlagen sind Teil eines Pilotprojekts und sollen für zehn Wochen bis Anfang September stehen bleiben, also auch während der Rheingauer Weinwoche.
Hygienemaßnahme verzögert Start
Eigentlich sollten beide Anlagen am Donnerstag in Betrieb gehen. Bei der Installation auf dem Dern’schen Gelände kam es jedoch zu einem technischen Problem. „Es musste ein Ersatzteil bestellt werden“, teilte eine Sprecherin des Umweltamtes mit. Dieses sei „unerlässlich für die Hygiene“. Es werde noch Tage dauern, bis das Teil geliefert wird. Anschließend erfolgt der Einbau durch die Firma, der die Anlagen gehören. Zu guter Letzt braucht es eine erneute Freigabe. Der Start erfolgt demnach erst nach der aktuellen Rekordhitze am Wochenende (wir berichteten).
Um Hygiene zu gewährleisten, wird das Wasser regelmäßig auf Keime getestet. Automatische Spülgänge und Wartungen sollen zudem für sauberes Wasser in den Leitungen sorgen. „Es wird regelmäßig kontrolliert, auch im Vorfeld ist das geschehen“, versicherte Stadträtin Bai. Die Testergebnisse seien unproblematisch gewesen. Zusätzlich zu den beiden Anlagen ist laut Stadt bereits eine dritte Sprühanlage am Pariser Platz geplant.