Während Corona: Spucken kann zur Straftat werden

Auch vortäuschen sollte man eine Infektion besser nicht

Während Corona: Spucken kann zur Straftat werden

Wer in Zeiten der Corona-Pandemie andere Personen anspuckt, anhustet oder anniest, riskiert eine Strafanzeige wegen versuchter Körperverletzung. Davor warnt die Polizei Westhessen ausdrücklich.

„Anspucken gilt als Beleidigung oder sogar als Körperverletzung. Täter müssen mit einer Geldstrafe rechnen“, sagt die Polizei ganz allgemein und ergänzt in einem Informationsschreiben: „Momentan kommt es häufiger dazu, dass Menschen durch Spucken gezielt provozieren wollen und behaupten, mit Covid-19 infiziert zu sein. Diese Menschen nehmen eine mögliche Infektion Anderer durch Corona billigend in Kauf.“

Unterschieden werden müsse jedoch zwischen Fällen, in denen Personen tatsächlich mit dem Virus infiziert sind und Fällen, in denen sie das nur als Drohung behaupten. Wenn nämlich tatsächlich der Verdacht besteht, dass die spuckende, niesende oder hustende Person mit Corona infiziert ist, kann eine Anzeige wegen „des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung mittels der Beibringung von gefährlichen Stoffen“ drohen.

Hinzu kommt in solchen Fällen ein Bußgeld, weil gegen die Corona-Verordnung verstoßen wurde — denn wer tatsächlich infiziert ist, muss in Quarantäne. Wer sich trotzdem außerhalb seiner Wohnung aufhält und mit anderen Personen in Kontakt tritt, muss dafür zahlen. Einfach nur zu behaupten, mit dem Virus infiziert zu sein, stellt nach Angaben der Polizei keine Straftat dar. Erschrickt sich jemand jedoch, wenn er diese Behauptung hört und verursacht so einen Unfall, kann strafbare Körperverletzung vorliegen.

Wer vortäuscht infiziert zu sein und dann eine andere Person direkt anhustet oder anniest, riskiert noch schneller eine Strafe. In diesem Fall kann eine Strafanzeige wegen „Vortäuschens einer Straftat“ gestellt werden. (ts)

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