Verwaltungsstab führt strenge Corona-Regeln für Wiesbaden ein

Zwei Wochen lang gültig

Verwaltungsstab führt strenge Corona-Regeln für Wiesbaden ein

Weil in Wiesbaden am Donnerstagabend gegen 21 Uhr der 7-Tage-Inzidenzwert von 50 überschritten wurde, hat der Verwaltungsstab neue Maßnahmen festgelegt, die die Corona-Pandemie eindämmen sollen. Dabei, so betonen Bürgermeister Oliver Franz (CDU) und Kaschlin Butt, Leiterin des Wiesbadener Gesundheitsamtes, wurden die neuen Regeln mit anderen Kreisen in der Region abgestimmt. In Wiesbaden gelten die Maßnahmen ab Montag, 19. Oktober und sind mindestens bis zum 1. November gültig.

Schule und Unterricht

Wenn am Montag die Herbstferien enden, gilt in allen Wiesbadener Schulen für Schüler ab der Klassenstufe 5, Lehrer und andere Personen die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn ein Attest zur Befreiung vorliegt, oder ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden kann. Da in den meisten Klassenräumen nicht genug Platz ist, um alle Schüler so weit auseinander zu setzen, wird die Maskenpflicht dann auch in vielen Klassenzimmern während des Unterrichts gelten.

Der praktische Schulsport darf vorerst nicht in Sporthallen stattfinden. Auch Schwimmbadbesuche als Teil des Sportunterrichts sind verboten. Stattdessen muss der Sportunterricht im Freien stattfinden, Kontaktsportarten sind dabei verboten.

Sport und Sportveranstaltungen

Der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Sport darf in Hallen und geschlossenen Räumen nur noch ohne Zuschauer stattfinden. Bei Sportveranstaltungen im Freien dürfen maximal 100 Besucher anwesend sein. Von dieser Zählung ausgenommen werden Trainer, Eltern und Betreuungspersonen, die die Sportler begleiten. Die Regelung gilt sowohl für den Profisport, als auch für den Amateur- und Vereinssport.

Besuchsregelungen

Das verlängerte Besuchsverbot in Wiesbadener Krankenhäusern gilt weiterhin mit den bereits geltenden Ausnahmen (wir berichteten). Nachdem in den vergangenen Tagen auch wieder Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet wurden, soll es zudem ein Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen geben. Übers Wochenende will der Verwaltungsstab die entsprechenden Pläne mit den Trägern der Einrichtungen abstimmen. In Kraft tritt die Maßnahme dann voraussichtlich am Dienstag. Sie besagt, dass pro Woche nur noch eine Stunde Besuch pro Bewohner von maximal zwei Personen möglich ist. Seniorenveranstaltungen in den Einrichtungen können jedoch ganz normal stattfinden.

Beschlüsse durch Bundesregierung

Auch zu den neusten Beschlüssen der Bundesregierung vom Mittwoch (wir berichteten) hat der Krisenstab getagt. Bisher, so Franz, sei die genaue Rechtslage der Beschlüsse noch nicht geklärt. So sei nicht sicher, ob die Maßnahmen auf Landes- oder Kommunalebene durchgesetzt werden. Eine Prognose dazu, welche Regelungen auf den Beschlüssen basierend ab kommender Woche in Wiesbaden gelten könnten, kann Franz aber schon geben.

So will der Verwaltungsstab am Montag ausführlich darüber beraten, wie eine „erweiterte Maskenpflicht“ in Wiesbaden genau aussehen könnte, und ob Gesichtsvisiere als Mund-Nase-Bedeckung weiterhin anerkannt werden. Zudem rechnet Franz mit einer Teilnehmerbegrenzung bei Veranstaltungen von maximal 100 Personen. Eine Kontaktbeschränkung könnte im öffentlichen Raum geltend werden, dann dürften sich nur noch zehn Personen aus zwei Hausständen zusammen in der Öffentlichkeit aufhalten. Im Privaten will man sich voraussichtlich auf eine Empfehlung einigen.

In der Gastronomie könnte eine Sperrstunde ab 23 Uhr verhängt werden, aber auch über ein Alkoholverkaufsverbot und über ein Alkoholkonsumverbot in der Öffentlichkeit wolle man am Montag beraten. Sollten die Maßnahmen auf kommunaler Ebene beschlossen werden, wären sie für zwei Wochen gültig, wenn der 7-Tage-Inzidenz-Wert in Wiesbaden am Montag noch immer bei über 50 liegt. (ms)

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