Grenzen wegen Corona geschlossen - was Reisende beachten müssen

Viele haben vor der Corona-Krise bereits Reisen geplant. Doch können diese angetreten werden? Und kann ich meine Tickets kostenfrei stornieren?

Grenzen wegen Corona geschlossen - was Reisende beachten müssen

Das Coronavirus breitet sich mit rasanter Geschwindigkeit weltweit aus. Was bedeutet das für den Reiseverkehr? Und welche Rechte habe ich als Passagier? Merkurist gibt einen Überblick.

Risikogebiete und Einreisebeschränkungen

Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert derzeit folgende Länder als Risikogebiete: Italien, Iran, China (Provinz Hubei), Südkorea (Provinz Gyeongsangbuk-do), Frankreich (Region Grand Est), Österreich (Tirol), Spanien (insbesondere Madrid) und die USA (Kalifornien, Washington, New York). Das Auswärtige Amt rät derzeit von nicht notwendigen Reisen in diese Gebiete ab.

Deutschland schließt laut „Bild“ die Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz ab Montag, 16. März. Auch Luxemburg und Dänemark sind betroffen. Für Touristen sind außerdem die Inseln Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und die Halbinsel Nordstrand gesperrt. Zudem haben die Nachbarländer Polen, Tschechien und Dänemark ihre Einreiseregelungen verschärft. Schwierig wird es auch mit Reisen in die USA und nach Indien. Eine vollständige Liste findet Ihr hier.

Deutsche Bahn

Ab 17. oder 18. März soll der Regionalverkehr der Deutschen Bahn eingeschränkt werden (wir berichteten). Fahrten der Deutschen Bahn zum Beispiel in Richtung Italien, Schweiz oder Österreich enden früher als geplant oder fallen aus. Zug- und Busverbindungen nach Tschechien, Tirol und Dänemark sind vorerst gestrichen. Eine Übersicht findet Ihr hier.

Bei der Stornierung der Tickets bietet das Verkehrsunternehmen ab Montag, 16. März, neue Regelungen an. Bislang konnten Sparpreis-Tickets nämlich nicht ohne Weiteres storniert oder umgetauscht werden. Nun tauscht die Deutsche Bahn sie gegen Gutscheine um. Das gilt zunächst für Reisen bis Ende April. Kunden, die mit Flexpreis gebucht haben, können ihre Tickets kostenlos stornieren. Wer seine Reise nur verschieben will, der kann sein Ticket bis zum 30. Juni flexibel nutzen. Die Zugbindung bei Sparpreisen ist aufgehoben.

Fliegen

Entgegen des Einreiseverbots bedient die Lufthansa die Strecken Frankfurt - Chicago und Frankfurt - Newark (New York). Flüge aufs chinesische Festland sind bis zum 24. April ausgesetzt. Zu Ausfällen kommt es im Flugverkehr von Ryan Air. Bis zum 8. April reduziert das Unternehmen die Zahl der Flüge nach Italien - unter anderem auch vom Flughafen Hahn aus.

Alle bis zum 5. März gebuchten Lufthansa-Flüge mit einem Abflugdatum bis zum 30. April können einmalig kostenfrei umgebucht werden. Umbuchbar sind bestehende Tickets innerhalb ihres Gültigkeitszeitraums oder für ein neues Datum bis zum 31. Dezember – unabhängig vom Buchungstarif. Bei Buchungen vor oder am 12. März können die Tickets ohne Angabe eines neuen Reisedatums storniert werden. Einen neuen Flug muss der Reisende dann vor dem 1. Juni buchen. Wer die Reise gar nicht mehr antreten möchte und sein Ticket storniert, muss laut Reiserechtsexperten damit rechnen, nur die Gebühren und Steuern rückerstattet zu bekommen. Ryan Air bietet beispielsweise die kostenlose Umbuchung oder eine Rückerstattung an.

Pauschalreisen

Wird die Durchführung der Reise erheblich beeinträchtigt, so kann sie laut Auswärtigem Amt kostenfrei storniert werden. Ob die Reisekosten erstattet werden oder kostenfrei umgebucht werden kann, entscheidet in diesem Falle der Reiseveranstalter. Hier findet Ihr weitere Infos dazu.

Reiserücktrittsversicherungen zahlen nicht, wenn der Kunde aus Angst vor dem Coronavirus die Reise nicht antritt ohne erkrankt zu sein. Wer Symptome unterwegs entwickelt, braucht eine Reiseabbruchsversicherung. Auch ein Einreiseverbot ist kein Versicherungsgrund. Weitere Infos dazu bekommt Ihr hier.

Rückkehr aus Risikogebieten

Egal aus welchem Risikogebiet man zurückkommt, wer Symptome von Covid-19 bei sich feststellt, sollte einen Arzt kontaktieren. Wer zudem Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte, sollte sich beim Gesundheitsamt melden - auch, wenn zunächst keine Symptome festgestellt werden. Wer derzeit aus Italien, der Schweiz oder Österreich zurückkehrt, soll sich laut Bundesgesundheitsministerium für 14 Tage in Quarantäne begeben, unabhängig davon, ob man Symptome hat oder nicht.

Weitere Infos zu Reisebeschränkungen und Passagierrechten bekommt Ihr hier. (js)

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