Geplantes Wohngebiet in Wiesbaden sorgt für Ärger in Mainz

Ein geplantes Wohngebiet im Wiesbadener Ostfeld könnte für Mainz zum Problem werden - das glaubt zumindest ein Aktionsbündnis. Demnach soll Mainz durch die Bebauung eine Frischluftschneise verlieren und es in der Stadt stickiger und wärmer werden.

Geplantes Wohngebiet in Wiesbaden sorgt für Ärger in Mainz

Auf der letzten großen Freifläche der Stadt Wiesbaden, dem Gelände „Ostfeld/Kalkofen“, könnte in einigen Jahren ein neuer Stadtteil entstehen. Auf rund 450 Hektar Fläche zwischen der B455 und der A671 könnten schon in acht bis zehn Jahren die Bagger rollen. Etwa 8000 bis 12.000 Menschen sollen dort dann voraussichtlich wohnen. Geplant ist, dass auf dem Ostfeld außer den Wohneinheiten auch Gewerbeflächen entstehen, die für neue Arbeitsplätze sorgen.

Wird Projekt für Mainz zum elementaren Problem?

Doch das Projekt, das die Stadt Wiesbaden bewirbt, soll negative Auswirkungen auf die Stadt Mainz haben. Denn wie die Aktionsgemeinschaft „Hände weg von OS/KA“, die sich gegen das Projekt ausspricht, angibt, würden auf Mainz massive Frischluft-Probleme zukommen. „Die Häuser sollen fünf-stöckig und sehr dicht bebaut werden und liegen direkt in einer Frischluftschneise“, sagt „OS/KA“-Initiator Adrian Dönges. Dies habe unmittelbare Folgen für die angrenzenden Stadtteile. So würde Kastel, Kostheim, der Altstadt und Teilen der Neustadt und Weisenaus im wahrsten Sinne die Luft abgeschnürt.

Durch die fehlende Frischluft werde es keinen genügenden Luftaustausch mehr geben, so Dönges. „Im Sommer wird die Luft quasi stehen und nachts die Temperatur immer höher.“ Um ein halbes Grad könnte es dann nachts wärmer werden. Durch das Projekt im Ostfeld, das rund fünf Kilometer vom Mainzer Zentrum entfernt liegt, würde aber noch ein weiteres Problem entstehen, so Dönges. Aufgrund der dort zusätzlich entstehenden Gewerbeeinheiten und den damit verbundenen neu geschaffenen Arbeitsplätzen werde es zwischen Mainz und Wiesbaden auch ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen geben.

Wie die Stadt Mainz die Lage bewertet

Auch die Stadt Mainz kennt die Pläne ihres Nachbars Wiesbaden. Katrin Eder (Grüne), Dezernentin für Umwelt, Verkehr und Energie, sagt gegenüber Merkurist: „Es ist auf jeden Fall ein sensibles Projekt für Mainz.“ Grundsätzlich stehe man im Austausch mit der Stadt Wiesbaden.

Es gebe auch ein Projekt, das Klimprax-Projekt, an dem die Stadt Mainz, die Stadt Wiesbaden, der Deutsche Wetterdienst, das Hessische Landesamt für Umwelt und das rheinland-pfälzische Landesamt für Umwelt beteiligt sind. Dort werde sich unter anderem darum gekümmert, wo Frischluftquellen entstünden, so Eder.

Weitere Informationen gibt es aktuell noch nicht. Merkurist bleibt an dem Thema dran. (df)

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