Schiersteiner wehren sich mit Petition gegen Osthafen-Pläne

Der Schiersteiner Ortsbeirat möchte kein achtstöckiges Verwaltungsgebäude am Osthafen. Doch was sind die Alternativen? Mit einer Online-Petition wollen Bürger die Stadtverordneten dazu bringen, nach anderen Lösungen zu suchen.

Schiersteiner wehren sich mit Petition gegen Osthafen-Pläne

Wie wird der Schiersteiner Osthafen in Zukunft aussehen? Diese Frage beschäftigt nicht nur den dortigen Ortsbeirat seit Jahren. Auch eine Bürgerinitiative ist vor einiger Zeit entstanden, die bei dem Thema mitreden möchte. Schon länger prangert „Zukunft Schierstein“ die Pläne an, am Osthafen Büro- und Verwaltungsgebäude zu errichten, wie es im Bebauungsplan von SEG und Stadtplanungsamt vorgesehen ist.

In einer Sitzung sprach sich dann auch der Schiersteiner Ortsbeirat geschlossen gegen die Pläne aus — mit einer Enthaltung. Was nun folgen wird, ist unklar. Die Bürgerinitiative will die Stadtverordnetenversammlung überzeugen, sich ebenfalls gegen das Bauprojekt auszusprechen. Denn in der nächsten Sitzung der Stadtverordneten steht eine Entscheidung an. „Wenn diese den Bebauungsplan beschließt, wird es zumindest ungleich schwieriger, dort noch Korrekturen vorzunehmen“, so Walter Richters (Grüne), stellvertretender Ortsvorsteher in Schierstein.

Unter Zeitdruck

Mit einer Petition wollen Bürger nun dafür sorgen, dass der Plan noch einmal geändert wird. Viel Zeit, Unterschriften zu sammeln, bleibt den Schiersteinern aber nicht: Petitionen bei „Openpetition“ müssen mindestens vier Wochen lang online sein, die Stadtverordneten treffen sich aber bereits am 17. September wieder.

Aber was stört die Schiersteiner eigentlich an den Bebauungsplänen? Komplett gegen eine Büronutzung habe man sich nämlich nicht ausgesprochen, so Richters. Die Wünsche lassen sich eher mit „niedriger, luftiger, schmaler, grüner“, zusammenfassen, so der stellvertretende Ortsvorsteher.

Zum einen sind den Bewohnern die geplanten achtstöckigen Gebäude zu hoch, was sich negativ auf das Mikroklima am Hafen und in den umliegenden Wohngebieten auswirken könnte. Hinzu kommt die Bodenversiegelung durch das Bauvorhaben. Außerdem sei die Park- und Verkehrssituation ungeklärt und das Plangebiet nicht barrierefrei zugänglich.

Keine Freizeitanlage möglich

Was wohl vielen gefallen wäre, wäre eine öffentlich zugängliche Grünanlage, die für Freizeitaktivitäten genutzt werden könnte. Doch dazu wird es nicht kommen, wie Richters weiß: „Es gibt einen Vertrag, den die Chemie-Handelsfirma ‘A.+E. Fischer’ mit der Stadt abgeschlossen hat, als es um die Verlagerung der Chlorchemie ging. Darin hat Fischer sich zusichern lassen, dass auf dem Grundstück keine Nutzung mit größerem Publikumsverkehr stattfindet, also beispielsweise keine Hotels oder Restaurants zulässig sind.“

Hoffnung darauf besteht lediglich für den östlichsten Zipfel des Gebiets sowie den Streifen zwischen Promenade und Hafenbecken. Dort dürfte das Gelände auch anders genutzt werden. Die Petition der Schiersteiner ist vor rund einer Woche online gegangen und hat bislang fast 700 Unterstützer. (ab)

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