23-Jährige eröffnet Modeladen in Biebrich

In der Straße der Republik laufen die Umbauarbeiten im Laden mit der Hausnummer 51 auf Hochtouren. Eine junge Unternehmerin aus Biebrich will dort in Zukunft ihre Liebe zur Mode ausleben.

23-Jährige eröffnet Modeladen in Biebrich

„Open Closet Exchange“ - Diesen Schriftzug in einfachen schwarzen Lettern finden die Biebricher im Moment auf vielen Flyern und Plakaten — so auch in den Schaufenstern des leerstehenden Ladenlokals in der Straße der Republik 51.

Modefan mit Leib und Seele

„Mein Schrank platzt aus allen Nähten.“ - Lina Labanauskas

Das gleiche Logo trägt Lina Labanauskas auf ihrem Sweatshirt. Mit einem Laptop in der Hand steht sie vor dem Geschäft, das sie zu ihrem Lebenstraum machen will. Drinnen sind die Handwerker noch bei der Arbeit. Der Umbau läuft auf Hochtouren. „Alles soll zusammenpassen, auch die Deko“, betont Lina. Denn wenn ihr Geschäft eröffnet, sei ihr die persönliche Note besonders wichtig. Dabei steckt hinter dem Konzept eine persönliche Idee. „Ich habe eine Krankheit“, scherzt die junge Unternehmerin, und beschreibt die Symptome: „Ich kaufe ständig neue Klamotten und mein Schrank platzt aus allen Nähten.“ Mit ihren Geschwistern habe sie schon viele auf dem Flohmarkt verkauft. „Und ich war überrascht, wie viel Geld dabei noch zusammenkam.“ Sogar für Reisen habe es gereicht — und im Ausland habe sie neue modische Inspirationen gefunden. Diese Styles will sie jetzt in einem Second Hand Laden in Biebrich verkaufen.

In einem Café auf der gegenüberliegenden Straßenseite sucht sie sich einen Sitzplatz mit Blick auf ihren Laden aus, und lächelt, wenn sie sich das Schaufenster von Weitem ansieht. „Vor ein paar Wochen bin ich da oben aus dem Bus ausgestiegen“, sagt sie und zeigt auf die Haltestelle Herzogsplatz, „Da fiel mir ein ‘Zu-Vermieten-Schild’ im Laden auf. Seit dem sei ihr Laptop ihr ständiger Begleiter - um Pläne zu schmieden. „Mietkosten, Ankauf, Einrichtung, Öffnungszeiten“, zählt sie einige Punkte auf, die sie als Unternehmerin erst einmal checken musste. „Drei bis vier Stunden Schlaf müssen mir im Moment einfach genügen“, fügt sie an. Müde wirkt sie dabei aber nicht. „Die Vorfreude auf die Eröffnung gibt mir die nötige Energie“, erklärt sie. Dabei hat sie neben dem Projekt Selbstständigkeit noch einen Job als Bauingenieurin und studiert an der Hochschule Rhein-Main.

Erster eigener Laden mit 23

„In meinen Laden kommt nur, was ich auch selbst tragen würde.“ - Lina Labanauskas

Ihre Freunde seien im Moment eine große Unterstützung für sie. „Zuhause besticken wir Pullis mit dem Logo des Ladens und auch beim Möbelkauf helfen sie mir“, nennt sie Beispiele. So bleibe in ihrem Kalender genügend Platz, um die Stücke für die neuen Regale selbst auszusuchen. „Bis gestern war ich noch in Litauen unterwegs. Dort hab ich die ersten Kleidungsstücke eingekauft. Drei Koffer voll habe ich mit nach Biebrich gebracht.“ Ein Großankauf käme für sie nicht in Frage. „Meine Follower bei Instagram fragen mich oft, woher ich meine Sachen hab, das zeigt mir, dass ich ein Händchen für die Auswahl habe. In meinen Laden kommt nur, was ich selbst auch tragen würde.“

Welche Stücke sie ab der kommenden Woche für Preise von zwei bis 30 Euro pro Teil verkaufen will, verrät sie aber noch nicht. „Ich möchte einfach, dass die Leute vorbeikommen und sich selbst ein Bild von mir und meinem Laden machen“, betont sie. Zur Eröffnung am 20. April plant sie deshalb eine lockere Runde mit Drinks und Buffet. „Im Gespräch können meine Kunden mich, und ich sie kennenlernen“, meint sie. (ms)

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