Wiesbadener Kinder wünschen sich einen Wasserspielplatz

Mit einer Online-Petition kämpfen Wiesbadener Eltern für einen Wasserspielplatz für ihre Kinder. Doch wie das Beispiel einer solchen Anlage in Medenbach zeigt, ist der Bau eines kühlen Spielplatzes aufwendig und teuer.

Wiesbadener Kinder wünschen sich einen Wasserspielplatz

Wasserpumpen, sprudelnde Fontänen und kleine Becken, um sich die Füße in der Sommerhitze abzukühlen — von einem richtigen Wasserspielplatz, am besten in Laufnähe zum eigenen Zuhause, träumen viele Wiesbadener Kinder.

Viele Unterstützer

Doch wer in Wiesbaden im kühlen Nass spielen will, der muss oft weite Wege auf sich nehmen. Zwar bieten viele Spielplätze einzelne Spielgeräte mit Wasser an, doch wenn ein Sandkasten auf dem gleichen Platz ist, ist das Endresultat oft mehr Matsch als Erfrischung. Mehr als 300 Wiesbadener kennen das Problem und haben jetzt eine Online-Petition unterschrieben, mit der sie den zukünftigen Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) auf den Wunsch vieler Kinder aufmerksam machen wollen.

„Wiesbaden, die Stadt der Quellen! Leider nicht für Kinder.“ - Initiatorin der Online-Petition

„Wiesbaden, die Stadt der Quellen! Leider nicht für Kinder“, heißt es in dem Online-Schreiben. „Wir haben durchaus schöne Spielplätze, aber auf keinem fließt, plätschert, sprudelt es, gibt es flache Becken, in denen man plantschen kann oder Fontänen, unter denen man sich abkühlen kann“, wird das Problem näher erläutert. Am besten, so heißt es weiter, wäre ein Spielplatz, der mit dem Auto gut zu erreichen ist und bei dem es Parkplätze gibt, und einen Kiosk oder einen Biergarten für gute Verpflegung. Geeignete Plätze gebe es genug, doch einen konkreten wollen die Initiatoren nicht nennen, denn sie wissen, dass nicht jede freie Fläche auch wirklich die passende Infrastruktur für den Bau einer Wasseranlage geeignet ist.

Hohe Kosten

Tatsächlich steckt hinter der Planung eines solchen Platzes viel Arbeit. Vor allem die technischen Anlagen für Aufbereitung des verwendeten Wassers nehmen viel Platz — meist unterirdisch — in Anspruch und sind teuer im Bau und in der Wartung. Denn nach Vorgaben des Gesundheitsamtes darf ein Wasserspielplatz nicht etwa mit Regenwasser versorgt werden. Stattdessen muss Trinkwasser durch die Leitungen fließen.

Und auch diese müssen hygienische Anforderungen erfüllen und deshalb regelmäßig gewartet und gereinigt werden, erklärte ein Sprecher des Grünflächenamtes auf Anfrage von Merkurist im vergangenen Sommer. Die enormen laufenden Kosten seien derzeit nicht im Budget, hieß es. Eine große Spielanlage wie sie viele Kinder aus Mainz und Bingen kennen, sei deshalb in Wiesbaden nicht geplant.

Erfrischung in Medenbach

Weil die Nachfrage aber so hoch war, hat die Stadt Ende vergangenen Sommers einen kleinen Wasserspielplatz im Stadtteil Medenbach eingerichtet. Rund 90.000 Euro hat der Bau in der Münzbergstraße gekostet. Nach der Eröffnung Ende August 2018 haben bereits viele Wiesbadener Kinder die Anlage besucht. Ob sie diese Möglichkeit in den kommenden Sommern auch in anderen Stadtteilen haben werden, bleibt abzuwarten. Wessen Kind sich über einen zusätzlichen Wasserspielplatz freuen würde, kann die Online-Petition noch unterstützen. In der Wartezeit bleibt in diesem Sommer die Option, einfach mit der Buslinie 21 nach Medenbach zu fahren, und dort im kühlen Nass zu spielen. (nl)

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