Wie teuer Busfahren ab Januar wird

Die Tickets für den Öffentlichen Personennahverkehr steigen ab Januar geringfügig. Um wieviel und warum, das erklärten uns die Verkehrsverbünde.

Wie teuer Busfahren ab Januar wird

Ab Januar 2022 werden die Ticketpreise für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) steigen. Das teilt die ESWE Verkehr auf Anfrage mit. „Durchschnittlich um 1,5 Prozent“, sagt Pressesprecher Christian Giesen. Aber nicht bei allen Tickets sind Preiserhöhungen zu erwarten.

Hier ein paar Beispiele:

  • Die Einzeltickets für Erwachsene werden um zehn Cent teurer, das Kurzstreckenticket um fünf Cent, ebenso wie Einzelfahrscheine für Kinder

  • Für Tageskarten müsst ihr künftig 20 Cent mehr zahlen (Kinder fünf Cent), für Gruppentageskarten 50 Cent

  • Die Preise für Sammelkarten und Kurzstreckentickets für Kinder bleiben unverändert

  • Auch das Schülerticket Hessen und Seniorenticket Hessen (Komfort) werden nicht angepasst.

Da der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die Preise mache und vorgebe, gelten diese auch automatisch für Wiesbaden, so Giesen. So würden die Preissteigerungen einige Nachholeffekte und Verteuerungen beinhalten, die mit der Corona-Pandemie zu tun haben. „Besonders durch die Einführung vieler Hygienekonzepte und zusätzlicher Gesundheitsregeln sind höhere Kosten bei den Unternehmen entstanden.“ Hinzu kämen höhere Spritpreise, vor allem bei Diesel, sowie eine gestiegene Inflationsrate.

Der RMV selbst nennt auch gestiegene Personal- und Energiekosten als Grund für die Preisanpassung. „Die Tarifanpassung 2021/22 liegt auf dem gleichen moderaten Niveau der vergangenen Jahre und im Übrigen deutlich unter der aktuellen Inflationsrate“, teilt RMV-Pressesprecherin Vanessa Rehermann mit.

Höhere Preise, attraktiver ÖPNV - wie passt das zusammen?

In Deutschland finanziere sich der ÖPNV ausschließlich aus Ticketeinnahmen sowie über Zuschüsse der öffentlichen Hand, erklärt Rehermann. Anders sei es in Städten wie Wien etwa, wo der ÖPNV beispielsweise auch über Parkraumbewirtschaftung und Abgaben von Arbeitgebern finanziert werde. „Je günstiger eine Fahrkarte wird, desto größer wird der Betrag, der aus den öffentlichen Zuschüssen gedeckt werden muss, solange es keine anderen Finanzierungsquellen gibt.“

Rehermann geht sogar davon aus, dass nicht allein ein sehr günstiger Ticketpreis die Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen würde: „Sie werden mehr ÖPNV fahren, wenn er die bessere Alternative ist.“ Als Beispiel nennt sie die Stadt Wien: Die 365-Euro-Jahreskarte sei hier kombiniert mit einem „umfassenden Ausbau von Angebot und Infrastruktur mit einer hohen Qualität und hervorragender Vernetzung.“

Diese Ziele verfolge der RMV in seiner Leitlinie „Mobilität2035“: dichtere Takte, pünktlichere Züge und eine gute Vernetzung von Verkehren. Dazu würden auch On-Demand-Verkehre gehören, also Angebote ohne festen Fahrplan und Linienwege, eine Mobilitätsplattform und Flatrate-Angebote.

„Unser Ziel ist es, den Öffentlichen Personennahverkehr hier noch attraktiver zu gestalten“, sagt auch ESWE-Sprecher Giesen. Etwa bei den sogenannten Tangentiallinien - den sternförmigen Fahrten durch die Innenstadt und den Hauptbahnhof also. Auch sollen die Verbindungen zwischen den Vororten künftig direkter werden, vor allem im Wiesbadener Osten. So sollen die Fahrtzeiten erheblich verkürzt werden.

Umweltfreundlicher soll der ÖPNV in Wiesbaden auch werden, indem auf emissionsfreie Antriebe umgestellt würde. Mehr Komfort soll es geben, indem die Busse geräuscharm und ruckfrei fahren sowie freies W-LAN und USB-Ladeanschlüsse für mobile Endgeräte bieten.

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