Warum Busse zu spät kommen

Staus, Baustellen und Sperrungen führen im Wiesbadener Busverkehr oft zu Verspätungen. Das weiß auch die ESWE Verkehr. Wie das Verkehrsunternehmen damit umgeht.

Warum Busse zu spät kommen

Wer am Wochenende für einen Ausflug in den Kurpark den Bus nimmt, hat meistens Zeit. Hat ein Bus Verspätung, nimmt man den nächsten — oder dehnt den Spaziergang aus und läuft bis zu einer anderen Haltestelle. Doch wer es eilig oder einen Termin hat, für den zählt oft jede Minute.

Wenn der Bus in einer solchen Situation zu spät kommt, kann das weitreichende Folgen haben. Aber wie oft kommt das eigentlich vor, wollte Merkurist-Leser Daniel in einem Snip wissen. Die ESWE Verkehr erklärt dazu, dass die Pünktlichkeit und die Häufigkeit von Verspätungen oft von der Strecke und der Uhrzeit abhänge.

Problemstrecken und -zeiten

„Bei den Zeiten sind das die Hauptverkehrszeiten zwischen 7 Uhr und 9 Uhr morgens, wenn speziell die Pendler zu ihren Arbeitsstellen fahren. Umgekehrt ist genauso der Feierabendverkehr von 17 Uhr bis 19 Uhr eine Zeit mit hohem Verkehrsaufkommen“, erklärt ein Sprecher der ESWE Verkehr.

Zu den Strecken, auf denen es tendenziell eher zu Verspätungen im Busverkehr kommen kann, gehören die großen Ein- und Ausfallstraßen nach Wiesbaden. „Exemplarisch seien hier mal die Berliner oder die Mainzer Straße oder auch die Bierstädter Höhe genannt“, geht der Sprecher ins Detail. Auch die Zubringerstraßen, die die Stadt mit den Autobahnen A66 und A671 verbinden, seien anfälliger für Staus durch ein hohes Verkehrsaufkommen und damit auch Verspätungen. „Hinzu kommt: Staut es sich auf den Autobahnen, weichen viele Autofahrer auf die klassischen Nebenstrecken aus. Davon sind dann auch unsere Busse betroffen, die dort unterwegs sind.“

Umleitungen

„Ziel ist es möglichst immer, die kleinstmögliche Umleitungsstrecke einzurichten.“ - Sprecher ESWE Verkehr

Dabei gelte sowohl in der Nähe von Autobahnen, als auch mitten in der Innenstadt, dass es immer wieder zu plötzlichen Sperrungen und Staus kommt. So zum Beispiel in der vergangen Woche, als es zu einem großen Feuerwehreinsatz rund um die Kaiser-Friedrich-Therme kam (wir berichteten). In solchen Fälle entscheide die Verkehrsleitzentrale von ESWE Verkehr, wie Busse, die an den Engstellen vorbei müssen, vorübergehend umgeleitet werden können. „Ziel ist es möglichst immer, die kleinstmögliche Umleitungsstrecke einzurichten, die sinnvoll ist und die von einem Bus befahren werden kann.“ Doch wie viel länger die Fahrt dadurch wird, und ob und welche Haltestellen deshalb nicht mehr angefahren werden können, sei schwer zu sagen, denn „jede unvorhergesehene Umleitung ist immer eine Einzelfallentscheidung, die von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängt“, so die ESWE Verkehr.

Einfacher sei es da, Umleitungen zu planen, die häufiger vorkommen. Etwa bei wiederkehrenden Straßenfesten wie dem Wilhelmstraßenfest. Dabei könne die ESWE Verkehr auf Erfahrungswerte aus den Vorjahren zurückgreifen und innerhalb weniger Stunden einen Umleitungsplan erstellen. Steht eine Großbaustelle in der Stadt an, werden zuvor verschiedene Möglichkeiten ausgetestet. Ein Messfahrzeug ermittelt dann zu verschiedenen Tageszeiten die Fahrtdauer, um einen realistischen Umleitungsplan zu erstellen.

Trotzdem plane die ESWE Verkehr auf jeder Route kleine Zeitpuffer ein. Zu früh dürfen die Busse aber eigentlich nicht abfahren. „Ein Bus soll grundsätzlich nicht zu früh an einer Haltestelle ankommen. Sollte das ausnahmsweise der Fall sein, so ist der Fahrer dazu angehalten, bis zur planmäßigen Abfahrtszeit zu warten.“ (ts)

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