Warum auf der Linie 1 keine Gelenkbusse fahren

Besonders zu Stoßzeiten sind die Busse der Linie 1 stark gefüllt. Dennoch werden auf der Innenstadtlinie nur Standardbusse eingesetzt. Das hat mehrere Gründe.

Warum auf der Linie 1 keine Gelenkbusse fahren

Viele Wiesbadener kennen die Situation aus ihrem Alltag: Schon in den frühen Morgenstunden drängeln sich die Pendler in die Busse, um zur Arbeit zu fahren. Besonders eng wird es, wenn auf der gewünschten Buslinie keine großen Gelenkbusse, sondern nur kleinere Fahrzeuge im Einsatz sind.

Darüber ärgert sich auch Merkurist- Leser Andreas und fragt in einem Snip, weshalb auf der stark benutzen Linie quer durch die Innenstadt nicht auch größere Gelenkbusse eingesetzt werden können.

Tatsächlich deckt die Linie zwischen Dürerplatz, Hauptbahnhof, Kurhaus und Nerotal viele wichtige Haltestellen in der Wiesbadener Innenstadt ab. Dennoch müssen sich die vielen Fahrgäste den wenigen Platz in den kleinen Bussen teilen. Warum das so ist, hat Leser Andreas eine Vermutung: „Ein ESWE-Fahrer sagte mir, dass es im Nerotal zu eng ist, als dass zwei sich begegnende Gelenkbussen aneinander vorbei kommen können.“

Zu enges Nerotal ist nicht das Problem

Dies sei durchaus ein Grund, weshalb auf der Linie 1 nur kleine Busse eingesetzt werden, erklärt Christian Giesen, Sprecher von ESWE Verkehr: „Gelenkbusse von ESWE Verkehr hätten es schwer im Nerotal zu wenden, jedoch wäre es technisch möglich.“ Gelenkbusse würden nach Bedarf eingesetzt. Zwar bestätigt der Sprecher, dass es auf der Linie auch überfüllte Busse gebe, dennoch seien genug Busplätze vorhanden. „Die Linie 1 und 8 teilen sich im Wiesbadener Stadtgebiet zu rund 80 Prozent die gleichen Streckenabschnitte. So wird ein großer Streckenteil von beiden Linien abgewickelt“, sagt Giesen. Zu den Hauptverkehrszeiten würde an den Haltestellen der Linien in der Innenstadt alle vier Minuten ein Bus abfahren.

„Grundsätzlich sind alle Linien in unserem Netz für Gelenkbusfahrten ausgelegt.“ - Christian Giesen, ESWE-Verkehr

Auch außerhalb der Innenstadt würden die Linien in einem Acht-Minuten-Takt bedient. Daher sei es laut ESWE-Verkehr nicht nötig, auf der Linie 1 zusätzlich Gelenkbusse einzusetzen. „Grundsätzlich sind alle Linien in unserem Netz für Gelenkbusfahrten ausgelegt“, so Giesen, „jedoch sind betriebswirtschaftlich betrachtet Gelenkbusse teurer als Standardbusse.“

Wann und auf welchen Linien ein Standard-, und wo ein Gelenkbus eingesetzt wird, hängt bei ESWE Verkehr von den Fahrgastzahlen ab. Diese werden durch regelmäßige Erhebungen und Zählungen festgestellt. Wenn es also zu vielen Verspätungen und zu engen Bussen kommt, würden auch vermehrt Gelenkbusse gefahren. Dies sei bei der Linie 1 jedoch laut ESWE Verkehr nicht der Fall. (js)

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