Wann kommt das Neun-Euro-Ticket in Wiesbaden?

Wegen massiv gestiegener Energiekosten will die Bundesregierung die Bürger mit sehr günstigen ÖPNV-Preisen entlasten. Doch wann kommt das Neun-Euro-Ticket in Wiesbaden?

Wann kommt das Neun-Euro-Ticket in Wiesbaden?

Mit dem sogenannten Neun-Euro-Ticket will die Bundesregierung Bus- und Straßenbahnkunden in ganz Deutschland entlasten. Während Sprit- und Energiekosten in die Höhe schnellen, sollen ÖPNV-Kunden für je neun Euro pro Monat insgesamt 90 Tage im Zuständigkeitsbereich ihres jeweiligen Verkehrsverbundes fahren können. Damit könne man einerseits Verbraucher entlasten und andererseits neue Kunden für den ÖPNV begeistern, so die Idee.

Die Verkehrsminister der Länder hatten sich in den vergangen Tagen mit dem Thema beschäftigt und nun einen neuen Vorschlag eingebracht: Statt dem Neun-Euro-Ticket für drei Monate soll das Null-Euro-Ticket kommen. Ein Gratisticket sei wesentlich einfacher zu organisieren, statt das Neun-Euro-Ticket, so die Argumentation, denn dadurch könnten Verwaltungskosten gespart werden. Auch die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Katrin Eder (Grüne) sprach sich am vergangenen Freitag dafür aus, die Idee des Kostenlos-Tickets zumindest zu prüfen. Der Konter von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP): Der Koalitionsausschuss habe sich mit der Idee befasst, letztlich habe man sich in der Ampelregierung dennoch für das Neun-Euro-Ticket entschieden.

Viele offene Fragen

Wann das Neun-Euro-Ticket kommt, ist derzeit noch völlig unklar. Eine Einführung vor dem 1. Mai sei jedoch nicht realistisch, berichten mehrere Medien. Eine Merkurist-Anfrage zum derzeitigen Stand der Planungen bei der Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE Verkehr wurde am Montag nur kurz und knapp beantwortet: Aktuell habe man noch keine näheren Infos zum Neun-Euro-Ticket, da die Ausgestaltung und Umsetzung der Idee sich noch nicht abzeichne. Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), erklärt dafür auf Anfrage: „Wir stehen der Umsetzung des von der Bundesregierung angekündigten Neun-Euro-Angebots offen und positiv gegenüber, da die Aktion unsere Anstrengungen stärkt, Fahrgäste nach der Pandemie zurückzugewinnen und wir alle Maßnahmen, die Bus- und Bahnfahren einfacher und attraktiver machen, unterstützen.“

Er gehe davon aus, dass die Bundesregierung alle mit der Aktion verbundenen Kosten übernehmen wird, so Ringat weiter. „Hierzu gehören der Ausgleich von Einnahmenausfällen und Kosten für Zusatzfahrten sowie Aufwände für die organisatorische Abwicklung.“ Keinesfalls dürfe sich die Aktion jedoch auf die „schwierige finanzielle Situation“ der Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde auswirken. Diese seien durch Corona und die gestiegenen Energiekosten bereits geschwächt. „Zudem gehen wir davon aus, dass die alleine im RMV rund eine Million Stammkundinnen und Stammkunden bei der Sonderaktion angemessen berücksichtigt werden.“

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