Verdi kündigt erneut Busstreik in Wiesbaden an

Am Dienstag soll es losgehen

Verdi kündigt erneut Busstreik in Wiesbaden an

Wie schon am vergangenen Dienstag will die Gewerkschaft Verdi auch am kommenden Dienstag (6.Oktober) wieder zu Streiks im Wiesbadener Busverkehr aufrufen. Laut einer aktuellen Mitteilung soll der Warnstreik wieder mit der jeweiligen Frühschicht beginnen und mit der Spätschicht enden.

ESWE Verkehr liegt derzeit noch keine offizielle Streikankündigung vor, wie Christian Giesen, Sprecher des Unternehmens auf Anfrage mitteilt. Bei dem letzten Warnstreik ging diese erst am Nachmittag des Vortags bei ESWE Verkehr ein. Der Mobilitätsdienstleister will die Öffentlichkeit informieren, sobald ihm weitere Informationen vorliegen.

Die Gewerkschaft Verdi teilt indes in ihrer Ankündigung mit, neben den Bussen in Wiesbaden auch Bahnen und Busse in Kassel und U-Bahnen und Straßenbahnen in Frankfurt bestreiken zu wollen. Hintergrund für die erneuten Streiks sind die von Verdi geforderten Vertragsverhandlungen im ÖPNV.

Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen

„Auch nach dem Warnstreik der ÖPNV-Beschäftigten am vergangenen Dienstag ist die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) weiter nicht zu Verhandlungen über einen bundesweiten Tarifvertrag bereit“, so die Gewerkschaft dazu. In dem Tarifkonflikt im Nahverkehr geht es primär um die Arbeitsbedingungen. Verdi fordert bundesweit einheitliche Regelungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste.

„Auch die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Hessen steht auf dem Spiel.“ - Verdi

„Auch die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Hessen steht auf dem Spiel“, sagte Fachbereichsleiter Mathias Venema. „Es ist unverantwortlich gegenüber den Beschäftigten, angesichts des drohenden Fachkräftemangels einheitliche Regelungen zur Entlastung für die Beschäftigten zu verweigern.“ Aber auch Fahrgäste könnten Vertrauen verlieren, denn Personalmangel und hohe Krankenstände führten immer häufiger zu Fahrtausfällen. „Wer immer wieder erlebt, dass er vergeblich an der Haltestelle steht oder der Anschluss nicht kommt, verliert das Vertrauen in den ÖPNV“, so Venema weiter.

Gerade die Fahrer seien durch Schichtdienste und die Abhängigkeit von den Fahrplänen besonderen Belastungen ausgesetzt. Ein gesundheits- und familienverträglicher Rhythmus sei so nicht möglich. Besonders in Ballungsräumen verschärfe sich die Belastung weiter: Hier führe der knapp bemessene Fahrplan, hohes Verkehrsaufkommen und steigende Fahrgastzahlen zum Verschwinden der Pausen. Oft bleibe nicht mal Zeit, um auf die Toilette zu gehen. Dennoch erhielten die Fahrer keinerlei Zulagen für den Schichtdienst.

Gewerkschaft will weiter Verhandlungen fordern

Die VKA behaupte, nicht zuständig zu sein und habe auf Verhandlungen in den Ländern verwiesen, obwohl sie bereits 2013 mit Verdi einen Tarifvertrag zum demographischen Wandel im Nahverkehr geschlossen habe. In den Ländern laufen momentan Verhandlungen zu regional spezifischen Forderungen der Beschäftigten. Hier wurde zwar verhandelt, aber noch kein tragfähiges Angebot vorgelegt. „Für bundesweit einheitliche Arbeitsbedingungen in elementaren Fragen kommt nur die VKA als Spitzenverband in Betracht. Die anhaltende Verweigerung, in Verhandlungen einzutreten, zwingt uns zu weiteren Warnstreiks. Wir werden diese weiterhin frühzeitig ankündigen, damit Fahrgäste Alternativen finden können“, so Venema. (nl)

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