Streit wegen JobTickets: RMV kündigt MeinJobTicket.de fristlos

Um auch kleineren Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, günstigere JobTickets für ihre Mitarbeiter zu bekommen, ist der RMV eine Kooperation mit einem Startup eingegangen. Warum der Verkehrsverbund dem Unternehmen nun gekündigt hat.

Streit wegen JobTickets: RMV kündigt MeinJobTicket.de fristlos

Ob von den Vororten aus in die Innenstadt, oder nach Mainz und Frankfurt — viele Wiesbadener nutzen täglich die öffentlichen Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu fahren. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) stellt seinen Fahrgästen dafür verschiedene Ticketoptionen zur Verfügung, so auch das JobTicket. Damit hatten Unternehmen die Möglichkeit günstigere Tickets für ihre Mitarbeiter zu erhalten, da sie durch die hohe Anzahl der Bestellungen Rabatte erhielten.

Das Startup „StartupSupporters GmbH“ fand dies unfair und wollte auch kleineren Unternehmen diese Rabatte für ihre Mitarbeiter ermöglichen. Es gründete das Portal „MeinJobTicket.de“, wo auch Chefs von kleineren Unternehmen durch eine Bündelung der Fahrkartenbestellung von den Rabatten profitieren konnten. Der RMV war einverstanden. Doch dann kam es zum Streit zwischen dem Startup und dem Verkehrsverbund.

Absprachen nicht eingehalten

„Grundlage für die Zusammenarbeit war, dass das Unternehmen ‚MeinJobTicket.de‘ kleinere Firmen mit weniger als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bündelt und so auch diese vom JobTicket profitieren“, beschreibt Maximilian Meyer, Pressesprecher des RMV, die Zusammenarbeit mit „StartupSupporters“. Infrage für das Ticket kommen laut der Internetseite des RMV eigentlich nur Firmen mit mehr als 51 Mitarbeitern.

Diesen bietet der RMV individuell kalkulierte JobTickets an. „Dabei wird vor Einführung des JobTickets eine Erhebung über das Mobilitätsverhalten der Belegschaft durchgeführt“, sagt Meyer. Der niedrigere Abgabepreis pro Nutzer ergebe sich vor allem bei Firmen, bei denen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein JobTicket erworben wird.

Die 2015 gegründete Plattform „MeinJobTicket.de“ ermöglichte auch kleinen Firmen den Zugang zu JobTickets, da laut eigenen Angaben circa 90 Prozent aller Unternehmen vom Bezug des JobTickets über den RMV ausgeschlossen seien. „MeinJobTicket.de“ bot circa 60 Unternehmen über eine Bündelung der Bestellungen JobTickets an. Der Rahmenvertrag dafür bestand seit 2016.

„Im vorliegenden Fall wurden mehrfach die Grundlagen der Zusammenarbeit nicht eingehalten.“ - Maximilian Meyer, Pressesprecher RMV

Dabei sei es laut RMV im vorliegenden Fall mehrfach zu der „Nichteinhaltung der Grundlagen der Zusammenarbeit“ gekommen. An eine Vielzahl von Firmen seien JobTickets abgegeben worden, deren Konditionen nicht mit dem RMV abgestimmt wurden. Daher könne die Partnerschaft nicht fortgeführt werden, sagt Meyer.

RMV um Lösungen bemüht

Zwar fällt der Zwischenhändler „MeinJobTicket.de“ nun weg, doch kleinere Unternehmen können dennoch von Rabatten profitieren. Die Möglichkeit, dass mehrere kleine Unternehmen miteinander kooperieren und die Bestellungen bündeln, stehe weiterhin offen, sagt Meyer.

Mehrere Firmen von „MeinJobTicket.de“ seien bereits auf sie zugekommen und stehen nun in einem direkten Vertragsverhältnis mit dem RVM. Weiterhin biete die Verkehrsgesellschaft Firmenrabatte an, wenn mehrere Jahreskarten gekauft werden. Der Zugang zu dem öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) solle auch weiterhin für kleine, mittlere und große Unternehmen verbessert werden.

„Wenn ein Geschäftspartner sich nicht an die vereinbarten Konditionen hält, können wir das im Sinne unserer ehrlichen Kunden nicht akzeptieren.“ - Maximilian Meyer, Pressesprecher RMV

Die Betreiber „MeinJobTicket.de“ möchten derzeit keine öffentlichen Aussagen zu dem Vorfall machen, um den Konflikt „nicht weiter anzuheizen“. Meyer findet jedoch deutliche Worte: „Wenn ein Geschäftspartner sich nicht an die vereinbarten Konditionen hält, können wir das im Sinne unserer ehrlichen Kunden nicht akzeptieren.“

(nh)

Logo