Riesiger Elektrobus mit 25 Metern Länge: Wiesbaden lotet neue Wege aus

Können so gleichzeitig mehr Menschen befördert und die Klimaziele erreicht werden?

Riesiger Elektrobus mit 25 Metern Länge: Wiesbaden lotet neue Wege aus

Die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft ESWE will im kommenden Sommer einen Doppelgelenkbus von 25 Metern Länge testen. Das hat Pressesprecher Micha Spannaus gegenüber Merkurist bestätigt.

Nachdem ESWE noch vor wenigen Tagen bekanntgegeben hatte, sich von Wasserstoffbussen zu verabschieden und stattdessen wieder auf Diesel zu setzen, kommt die Nachricht vom Test des großen Elektrobusses einigermaßen überraschend. Laut Spannaus kam die Entscheidung zustande, weil man künftig mehr Menschen im ÖPNV transportieren wolle, ohne dabei die vorgegebenen Klimaziele zu vernachlässigen.

Aus für City-Bahn stellt ESWE vor Herausforderungen

Vor allem, da die Wiesbadener sich gegen eine City-Bahn entschieden haben, müssten dringend neue Wege gefunden werden, viele Personen auf einmal im Stadtverkehr zu befördern. Bedenke man nun noch den Fachkräftemangel – Busfahrer seien überall in der Stadt –, brauche Wiesbaden dringend größere Fahrzeuge, in denen mehr Menschen mitgenommen werden können. „In Doppel-Gelenkbussen mit einer Länge von 25 Metern finden bis zu 200 Fahrgäste Platz. Zum Vergleich: Ein Solobus hat eine Länge von 12 Metern und Platz für etwa 75 Fahrgäste“, führt Spannaus aus.

Dennoch könne ESWE in Wiesbaden nicht umgehend auf 25 Meter lange Busse setzen. Die Verkehrsgesellschaft hatte bereits angekündigt, bis 2024 in sgesamt 36 Gelenkbusse mit einer Länge von knapp 19 Metern anzuschaffen. „Damit wir aber die neuen 19-Meter-Busse und irgendwann dann auch 25 Meter lange Busse in Wiesbaden einsetzen können, brauchen wir vor allem mehr Platz.“ Deshalb suchen man dringend nach weiteren Betriebshofflächen. Kurzfristig schaffe man sich ein kleines bisschen Platz, weil man sich von 12-Meter-Dieselbussen und den 12-Meter-Brennstoffzellenbussen trennt. „Mit unseren 120 Batteriebussen haben wir nach Hamburg die derzeit die größte Elektrobusflotte in Deutschland – und somit genug kurze Fahrzeuge. Trotzdem wird der Platz für mehr große Fahrzeuge bei weitem nicht ausreichen“, so Spannaus.

Erste Tests mit Doppel-Gelenkbus von 25 Metern geplant

Mehr Platz für größere Fahrzeuge inklusive aller benötigten Werkstatthallen bekomme man aber nicht über Nacht. Auch müssten Bushaltestellen erweitert und einige weitere Maßnahmen getroffen werden. Deshalb werde es noch einige Jahre dauern, bis Doppel-Gelenkbusse von 25 Metern in Wiesbaden in den Regelbetrieb gehen können. Dann sollten sie Spannaus zufolge aber auf jeden Fall dort eingesetzt werden, wo der Bedarf am größten sei. Welche Strecken das betreffe, müsse bei der Neuaufstellung des Nahverkehrsplans ermittelt werden.

„Um aber schon jetzt einmal ausprobieren zu können, wie das mit den Doppel-Gelenkbussen in Wiesbaden klappt, ist unser Plan, im kommenden Sommer für zwei Wochen ein Testfahrzeug in die Landeshaupstadt zu holen. Daran arbeiten wir gerade“, so Spannaus. Noch steht die Verkehrswende in Wiesbaden also vor einigen Hindernissen.

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