Nachfolger für 9-Euro-Ticket? Al-Wazir fordert mehr Geld

Was bleibt nach drei Monaten 9-Euro-Ticket? Wird der ÖPNV jetzt dauerhaft günstiger? Hessens Verkehrsminister meint: Erst muss mehr Geld in den ÖPNV investiert werden.

Nachfolger für 9-Euro-Ticket? Al-Wazir fordert mehr Geld

Noch bis Ende August können Besitzer des 9-Euro-Tickets mit allen deutschen Nahverkehrsmitteln reisen. Ab September kosten Bus- und Bahnfahrten dann aber wieder deutlich mehr, dazu kommt noch, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) seine Preise deutlich angehoben hat (wir berichteten). Doch wie geht es nach dem 9-Euro-Ticket weiter? Kommt der Preis-Schock oder kommt doch noch eine günstige Alternative?

Der Mobilitätsforscher Prof. Dr. Andreas Knie regt ein 365-Euro-Ticket für alle in Deutschland an. Dieses könnte dann wieder bundesweit genutzt werden und würde Kunden umgerechnet einen Euro pro Tag kosten (wir berichteten). Ein 365-Euro-Ticket gibt es zwar in Hessen schon, doch es unterscheidet sich deutlich von dem Modell, dass Verkehrsexperte Knie vorschlägt. Es ist nur in Hessen und angrenzenden Regionen wie Mainz gültig, nicht in ganz Deutschland. Und das Ticket gibt es nur für Schüler und Senioren, nicht für alle.

Al-Wazir will mehr Geld vom Bund

Auf Merkurist-Anfrage sagt der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne): „Das bundesweite 9-Euro-Ticket ist ein großer Erfolg, und ich bin sehr dafür, dass wir diesen Schub nutzen, um dauerhaft mehr Menschen für Bus und Bahn zu gewinnen.“ Klingt erstmal gut, für Befürworter des günstigen ÖPNV. Doch Al-Wazir sagt auch: „Das setzt aber voraus, dass Länder und Kommunen in der Lage sind, den Betrieb von Bussen und Bahnen zu bezahlen und das Angebot weiter auszubauen.“

Wie Al-Wazir weiter erklärt, hätten vor allem Berufspendler vergleichsweise selten Gebrauch vom 9-Euro-Ticket gemacht. Das würden vorliegende Daten zeigen. „Auch deshalb ist es Voraussetzung für eine Fortsetzung, dass auch das Angebot im ÖPNV verbessert und dass mehr investiert werden kann.“ Schließlich würden überfüllte Waggons, Ausfälle und Verspätungen von Zügen „kaum jemanden animieren, öfter auf das Auto zu verzichten“. Der Grünenpolitiker fordert stattdessen, dass die Länder mehr Geld vom Bund für den Betrieb von Bussen und Bahnen erhalten. „Das Land Hessen wäre bereit, für den Ausbau des Angebots auf jeden zusätzlichen Euro des Bundes einen Euro aus Landesmitteln draufzulegen.“

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