Hitze stellt Verkehrsunternehmen vor Herausforderungen

Es ist heiß in Wiesbaden – auch in einigen Bussen und Bahnen. Wie gehen die Verkehrsunternehmen damit um? Wir haben bei ESWE Verkehr und der Deutschen Bahn nachgefragt.

Hitze stellt Verkehrsunternehmen vor Herausforderungen

Wer bei den aktuellen Temperaturen Bus und Bahn fährt, braucht ein wenig Glück: Manche Fahrzeuge sind angenehm kühl, andere stickig warm. Die hohen Temperaturen stellen Verkehrsunternehmen vor einige Herausforderungen.

Klimaanlage im Bus hilft nicht immer

„Jeder Bus von ESWE Verkehr verfügt über eine Klimaanlage. Aber wie dies jeder von seinem eigenen Auto her kennt, heizt sich ein Fahrzeug bei hoher Sonneneinstrahlung sehr schnell auf“, sagt Micha Spannaus von ESWE Verkehr. Hinzu komme, dass Busse regelmäßig ihre Türen öffnen müssen, damit Fahrgäste ein- und aussteigen können. So ströme immer wieder warme Außenluft herein. „Stellen Sie sich vor, Sie würden bei 35 Grad Außentemperatur an jeder roten Ampel alle Fenster Ihres Wagens für 45 Sekunden herunterlassen. Da hätte auch die Klimaanlage Ihres PKW ordentlich zu tun“, sagt Spannaus weiter.

Während die Fahrgäste meist nicht lange im Fahrzeug bleiben, verbringen die Fahrer mehrere Stunden in den Bussen. „Der Fokus unserer Bemühungen bei großer Hitze liegt vor allem auf unseren Fahrerinnen und Fahrern“, erklärt Spannaus. An den beiden besonders heißen Tagen in dieser Woche habe ein Team von Mitarbeitern an zentralen Haltestellen kostenlose Wasserflaschen an die fahrenden Kollegen verteilt.

Bahn investiert in Klimaanlagen und neue Ideen

Bei der Deutschen Bahn (DB) wird derweil in Klimaanlagen investiert. „In den nächsten fünf Jahren werden sowohl beim Fernverkehr als auch bei DB Regio zusätzlich zweistellige Millionenbeträge in die Instandhaltung der Klimaanlagen fließen“, so eine Sprecherin der DB auf Merkurist-Anfrage. Auch die Leit- und Sicherungstechnik müssten gekühlt werden, damit es nicht zu Ausfällen komme. Dabei setze man auf Sensoren, die die Anlagen ständig überprüfen, damit es gar nicht erst nicht zu Störungen kommt. Eine weitere Herausforderung: „Hohe Temperaturen können Schienen und Gleisbett mitunter zu schaffen machen, da sich Stahl bei extremen Temperaturen dehnt“, so die Sprecherin. Die DB versuche deshalb, die Gleisanlagen robuster zu machen.

Darüber hinaus setze man auf neue Ideen. „Zum Beispiel auf Phasenwechselmaterialien“, so die Sprecherin. Diese sollen wie Taschenwärmer funktionieren - nur andersherum. Heißt: Durch Hitze verwandelt sich das zunächst feste Material in ein dickflüssiges Gel. Dieser Prozess verbrauche Wärme und kühle dadurch seine Umgebung ab. „Wir testen, inwiefern durch den Einsatz dieser Technologie hitzesensible Bauteile ohne zusätzlichen Energieaufwand gekühlt werden können“, so die Sprecherin weiter. Ein Pilotversuch habe zudem gezeigt, dass die Innentemperatur von Betonschalthäusern, wie sie häufig an Bahnübergängen stehen, durch einen weißen Anstrich um bis zu 11 Grad Celsius gesenkt werden könne. „Das verlängert die Lebensdauer von elektrischen Bauteilen im Inneren des Betonschalthauses.“

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