Stichwahl: Welchen Kandidaten empfehlen Grüne, FDP, Linke und AfD?

Der nächste Oberbürgermeister von Wiesbaden kommt entweder von der CDU oder der SPD, nur ihre Kandidaten haben die Stichwahl am Sonntag erreicht. Die Kandidaten der unterlegenen Parteien geben jetzt unterschiedliche Empfehlungen heraus.

Stichwahl: Welchen Kandidaten empfehlen Grüne, FDP, Linke und AfD?

Wenn am Sonntag die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt stattfindet, stehen sich mit Gert-Uwe Mende (SPD) und Eberhard Seidensticker (CDU) die letzten verbliebenen Kandidaten gegenüber. Ursprünglich standen aber insgesamt sechs Kandidaten und eine Kandidatin auf dem Wahlzettel, von denen aber nur zwei die Stichwahl erreichten.

Zwar haben mehr als die Hälfte der Wähler ihre Stimme den beiden Top Kandidaten von CDU und SPD gegeben, über ein Drittel wählten aber Kandidaten von Grünen, AfD, Linke, FDP und freien Wählern - wichtige Stimmen also, die die Stichwahl entscheiden könnten. Die Kandidaten dieser Parteien hatten sich unterschiedlich zur anstehenden Entscheidung am Sonntag geäußert.

Linke

Schon am Wahlabend hatte der OB-Kandidat der Linken, Ingo von Seemen, angekündigt, dass seine Partei den SPD-Kandidaten unterstützen werde. Bei einem Gespräch mit Mende stimmten auch die anderen Parteimitglieder einstimmig dafür. Ausschlaggebend für die Partei seien Mendes Persönlichkeit und sein umfangreiches Faktenwissen gewesen. Auch inhaltlich gebe es die meisten Übereinstimmungen mit der Linken, etwa bei der Forderung nach einem Sozialticket oder höherem Einfluss der Stadt bei der HSK.

FDP

Die FDP, deren Kandidat Sebastian Rutten mit 10,5 Prozent die Stichwahl deutlich verfehlte, möchte keine Wahlempfehlung für die Stichwahl abgeben. „Für die Freien Demokraten ist klar, dass die Positionierung beider Kandidaten zum Thema Citybahn eine Wahlempfehlung durch die FDP unmöglich macht“, begründet die Partei ihre Entscheidung. Dennoch riefen sie die Bürger auf, an der Stichwahl teilzunehmen.

AfD

Auch die AfD verzichtet für die Stichwahl auf eine Empfehlung. Ihr Ziel, Wiesbaden zu einer Stadt ohne Filz und Korruption zu machen, sei mit den beiden Kandidaten von SPD und CDU nicht vereinbar.

Grüne

Mit 23,4 Prozent der Stimmen hatte die Kandidatin der Grünen, Christiane Hinninger, die Stichwahl nur knapp verpasst. Um eine Wahlempfehlung für die Stichwahl zu erarbeiten, hatte sich die Partei am 5. Juni getroffen. Dort sei aber keine klare Entscheidung gefallen, wie eine Sprecherin der Partei gegenüber Merkurist mitteilte. Stattdessen lädt die Partei die beiden Stichwahl-Kandidaten am Dienstag zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein.Dort sollen sich die Mitglieder ein Bild machen können und danach entscheiden, wo sie ihr Kreuz machen. (ts)

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