Wie der Weihnachtsbaum nach Wiesbaden kam

Mit rund 24 Stunden Verspätung hat Wiesbaden am Mittwoch seinen diesjährigen Weihnachtsbaum bekommen. Bis zum Aufstellen vor dem Rathaus hatte die Tanne einen langen Weg hinter sich.

Wie der Weihnachtsbaum nach Wiesbaden kam

Eigentlich sollte bereits am Dienstagmittag der Weihnachtsbaum für den Sternschnuppenmarkt 2019 feierlich und mit musikalischer Begleitung auf dem Schlossplatz aufgestellt werden. Doch daraus wurde nichts. Weihnachtsfans mussten sich in diesem Jahr einen Tag länger gedulden als geplant (wir berichteten), doch seit Mittwoch thront die Tanne endlich in ihrem Ständer vor dem Rathaus.

Verspätet angekommen

In den frühen Morgenstunden kam der Baum auf einen Laster geschnürt in der Landeshauptstadt an. Da hatte die 25 Meter hohe Tanne bereits eine 88 Kilometer lange Fahrt hinter sich. „Wir sind um kurz vor zwei in der Nacht in Rennerod losgefahren“, berichtet Clemens Fuidl, der den Baum ausgesucht hatte. Wegen der Größe des Baums sei ein ganzer Konvoi für den Transport notwendig gewesen, „aus Sicherheitsgründen“, wie Fuidl erklärt.

Wegen der Übergröße des Transportes und auch, weil einzelne Äste während der Fahrt hätten abbrechen können, seien fünf Begleitfahrzeuge notwendig gewesen. „Drei vorne weg und zwei hinterher“, beschreibt Fuidl die Fahrt über die Autobahn. Genau dieser Begleitkorso habe extra beantragt werden müssen und sei in der Nacht von Montag auf Dienstag nicht möglich gewesen, so die Erklärung für das verspätete Eintreffen des Tannenbaums.

Schneller Aufbau

Dafür ging beim Aufstellen am Mittwoch alles ganz schnell. Um zwölf Uhr hatten sich schon einige Zaungäste rund um die Absperrung am Rathaus versammelt. Sie beobachteten, wie der Baum mit einem Kran vom Laster hochgehoben, und in der Luft schwebend in die Senkrechte gebracht wurde. Schon um Viertel nach zwölf stand die Tanne. Weil der Stamm nicht so dick war, wie bei einigen Vorgängern, musste er nicht mehr viel gestutzt werden, damit er in die Bodenöffnung passt. Auch wirkte der Baum schon direkt nach dem Einsetzen erstaunlich festlich und voll.

In den vergangen Jahren sah das anders aus. Vor allem 2016 belächelten viele Wiesbadener den Weihnachtsbaum kurz nach der Aufstellung. Für den Transport mussten damals etliche Äste abgenommen werden, die erst im Nachhinein wieder angebracht wurden. Und auch die Fichte von 2017 habe in Wiesbaden angekommen erst einmal ein Make-Over gebraucht, erinnert sich Fuidl.

„Ich suche nur Bäume aus, die sowieso hätten gefällt werden müssen.“ - Clemens Fuidl

„In diesem Jahr haben wir eine Nordmanntanne. Sie hat einen klaren Vorteil gegenüber der Fichte: Die Äste brechen bei der Fahrt nicht so schnell ab“, sagt der Experte. Gefunden habe Fuidl den Baum in Rennerod im Westerwald. „Dort stehen die schönsten Tannen, die es überhaupt gibt — und die sind gerade gut genug für Wiesbaden“, witzelt er. Eine Sache sei ihm bei der Auswahl aber besonders wichtig gewesen: „Ich suche nur Bäume aus, die so wie so hätten gefällt werden müssen“, betont er. Die 65 Jahre alte Tanne für den Sternschnuppenmarkt 2019 hätte Baumaßnahmen weichen müssen.

Noch viel Arbeit

Der Baum steht zwar schon seit Mittwochmittag, doch das Team rund um Fuidl hat in den kommenden Tagen noch einiges zu tun. Bis Sonntag soll der Baum noch mit 30.000 Lichtern und 250 goldenen Schleifen dekoriert werden. Bis zur Eröffnung des Marktes am 26. November soll auch die traditionelle Weihnachtskrippe wieder unter dem Baum platziert werden. Die Tanne bleibt dann bis Januar vor dem Rathaus stehen, bis im November 2020 der nächste Weihnachtsbaum folgt, „und da hab ich schon einen in Aussicht — ebenfalls aus dem Westerwald“, kündigt Fuidl an. (df)

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