Verkehr nach Brückensperrung: „Man kann das nicht vollständig kompensieren“

Um den Verkehr nach der Sperrung der Salzbachtalbrücke zu entlasten, haben die Verantwortlichen einige Maßnahmen umgesetzt. Daniel Sidiani aus dem Verkehrsdezernat erklärt, warum diese nicht in Stein gemeißelt sind und wie es weitergeht.

Verkehr nach Brückensperrung: „Man kann das nicht vollständig kompensieren“

Über einen Monat ist es her, dass die Salzbachtalbrücke, die darunterliegende Straße und die Bahnstrecke für den Verkehr gesperrt werden mussten. Sofort war klar: Das wird zu immensen Staus führen. Um einen Verkehrskollaps in Wiesbaden und Umgebung zu verhindern, haben Stadt, Autobahn GmbH und Hessen Mobil mehrere Notmaßnahmen umgesetzt. Darunter ein Bypass, eine neue Auffahrtsrampe an der Berliner Straße und neue Auto- und Busspuren. Derzeit kommen weitere Notmaßnahmen unter anderem am Theodor-Heuss-Ring sowie an den Bahnhöfen Biebrich und Wiesbaden Ost hinzu. Andere Maßnahmen, die erst letzte Woche eingeführt worden waren, werden jetzt schon wieder geändert.

So hatte zum Beispiel die neue Busspur am Amöneburger Kreisel für Staus gesorgt. Deshalb wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (21. Juli) die Verkehrsführung wieder geändert. Die Busspur im Kreisel selbst und in der Abführung Richtung Kasteler Straße/Breslauer Straße wurde wieder aufgehoben. Im Bereich der Zuführung von Norden bleibt sie aber weiterhin bestehen.

„Wenn der Bedarf einer Korrektur da ist, kann man das wie am Amöneburger Kreisel schnell machen.“ - Daniel Sidiani, Verkehrsdezernat

„Es war von Anfang an klar, dass es, wenn man in so einem Tempo arbeitet, auch Situationen geben wird, die man anschließend wieder korrigieren muss“, sagt Daniel Sidiani, Leiter der Stabsstelle Mobilitätskonzepte im Wiesbadener Verkehrsdezernat. „Der Vorteil ist, dass das alles mit gelber Baustellenmarkierung gemacht wird. Wenn der Bedarf besteht, zu korrigieren, können wir das wie am Amöneburger Kreisel schnell umsetzen, weil sich die Markierung schnell anpassen lässt.“

Dass die Busspur im Norden erhalten bleibt, sei ein guter Kompromiss für Auto- und Busfahrende, denn der Kreisel sei der einzige Zugang für Pendler aus der Innenstadt zum Bahnhof Wiesbaden Ost. „Und der Bahnhof erfüllt gerade die Funktion eines Hauptbahnhofs“, sagt Sidiani. Denn nicht nur Autofahrer müssen zur Arbeit kommen, auch 40.000 Bahnpendler brauchen einen Ersatz für den gesperrten Hauptbahnhof. Für viele sei das der Bahnhof Wiesbaden Ost, zu dem man jetzt schneller aus der Innenstadt über die Busspur am Kreisel kommen soll. Aktuell werden die Bahnhöfe Wiesbaden Ost und Wiesbaden Biebrich ausgebaut, um die richtige Infrastruktur für die vielen neuen Pendler herzustellen.

Es wird weiterhin an einigen Stellen haken

Dass es trotz der vielen Notmaßnahmen an vielen Stellen in der Stadt noch Probleme gibt, sei dem Verkehrsdezernat bewusst. „Das kann man aber auch nicht vollständig kompensieren. Über die Salzbachtalbrücke sind 80.000 Fahrzeuge am Tag gefahren. Die kann man nicht einfach im städtischen Straßennetz verteilen, ohne dass es Beeinträchtigungen gibt“, sagt Sidiani. „Das ist eine Notsituation, durch die wir jetzt alle gemeinsam durch müssen.“

„Wenn noch Ideen entstehen sollten, kann es gut sein, dass noch weitere Maßnahmen kommen.“ - Daniel Sidiani

In dieser schwierigen Situation sei das Dezernat aber sehr zufrieden damit, wie schnell Lösungen entwickelt und umgesetzt wurden. „Es ist schon etwas Besonderes. Solche Abläufe dauern normalerweise deutlich länger“, sagt Sidiani. In den nächsten zwei Wochen sollen sich die neuesten Maßnahmen einpendeln, ob es dann weitere Notmaßnahmen geben wird, könne er noch nicht sagen. Die Fachämter beobachten die Situation und erhalten auch aus der Wiesbadener Wirtschaft und der Bevölkerung immer wieder Verbesserungsvorschläge. „Wenn weitere Ideen entstehen sollten, kann es gut sein, dass noch weitere Maßnahmen kommen.“

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