Diese ehemaligen Clubs vermissen die Wiesbadener

Wiesbaden ist zwar heute nicht mehr für sein florierendes Nachtleben bekannt, es gab aber Zeiten, in denen waren die Straßen nachts voll. Wir haben nach Euren Erinnerungen aus dieser Zeit gefragt.

Diese ehemaligen Clubs vermissen die Wiesbadener

„Wo kann man hier eigentlich noch feiern gehen?“ Viele Wiesbadener stellt diese Frage vor eine große Herausforderung. Anstatt mit vielen Tipps, antworten sie oft mit einem verzweifelten Gesichtsausdruck. Denn im Laufe der Jahre haben immer mehr beliebte Clubs und Veranstaltungen wie das „Folklore-Festival“ ihr Aus bekanntgegeben. Die Stadt will deshalb zukünftig sogar einen Nachtbürgermeister einsetzen, der die Nächte wiederbelebt und sicherer macht.

Was von all den geschlossenen Bars und Clubs aus vergangenen Zeiten bleibt, sind Erinnerungen. Wir haben Euch gefragt, welche Lokale Ihr vermisst und das ist dabei herausgekommen:

„Der Mensch verlässt die Erde“

Merkurist-Leserin Nina vermisst das „Der Mensch verlässt die Erde“. Der Club in der Jawlenskystraße, zwischen der Nero- und der Taunusstraße, war Teil des legendären Wiesbadener Bermudadreiecks. Dort öffneten früher so viele gut besuchte Clubs und Bars ihre Türen, dass an ein Durchkommen mit dem Auto am Wochenende nicht zu denken war. Neben dem „Der Mensch verlässt die Erde“ nannten auch bekannte Lokale wie „Die Klappe“, das „Wirtshaus“, das „EG“ und das „Elfte Gebot“ das Bermudadreieck ihr Zuhause.

Von diesen Zeiten ist heute allerdings kaum etwas übrig. Nur noch das Urgestein „Kortheuer“ neben dem „Walhalla im Exil“, in dem früher das „Gestüt Renz“ war, hat überlebt. Stattdessen gibt es in der Ecke jetzt viele Restaurants und Kaffeehäuser. So auch im ehemaligen „Der Mensch verlässt die Erde.“ Wo Nina früher zum Feiern hinging, geht seit 2018 Kaffee der „Kaufmanns Kaffeerösterei“ über die Theke (wir berichteten).

Das „Flanell“ in der Wilhelmstraße

Heute ist das „Park Café“ der einzige Club auf der Wilhelmstraße. Das war aber nicht immer so. In einer heute fast unscheinbaren Stadtvilla direkt neben der „Villa Clementine“ wurden jahrelang die Nächte zum Tag gemacht. Ein legendärer Club, der dort sein Zuhause hatte und vor allem in den 80er- und 90er-Jahren ein beliebtes Ausgehziel war, war das „Flanell“. Wie viele andere erinnert sich auch Leserin Viktoria gerne an ihre Zeit in der Wilhelmstraße 17 zurück.

Erst Anfang dieses Jahres holte eine traurige Nachricht die Erinnerungen an das „Flanell“ zurück in die Köpfe vieler Wiesbadener. Maren Hempel, bekannt für ihre getönte Fliegerbrille und ihre legendäre Bar in dem Club auf der Wilhelmstraße, starb am 26. März. Die Bar „Heaven“ am Sedanplatz veranstaltete daraufhin einen „Flanell - Das Wiedersehen“-Abend. Nachdem das „Flanell“ schloss, zogen noch das „Max“ und die „Pudel Bar“ in die Villa ein. 2010 kehrte dann Ruhe in das Gebäude ein. Heute ist dort eine orthopädische Praxis.

„Big Apple“ im Keller des Walhallas

Mindestens genauso legendär wie das „Flanell“ war für viele das „Big Apple“ im Keller des „Walhallas“. Die Merkurist-Leser Melanie und Michael vermissen den Nachtclub bis heute. Das Tanzlokal unter dem Traditionstheater wurde 1975 eröffnet und entwickelte sich zum Treffpunkt der Wiesbadener Jugend. Später war das Lokal noch unter dem Namen „Dexter“ bekannt, im November 2005 eröffnete es als „Ebene 0“ neu. 2007 markierte dann das Ende des Clubs im Keller des „Walhallas“. In diesem Jahr kaufte die Stadt das mittlerweile heruntergekommene Gebäude, seit mittlerweile rund zwei Jahren ist das Walhalla wegen erheblicher Brandschutzmängel geschlossen und befindet sich im Dornröschenschlaf. Wie die Zukunft des Walhallas aussieht und ob es dort vielleicht sogar wieder einen Club wie das „Big Apple“ geben könnte, ist derzeit noch nicht geklärt.

Was verbindet Ihr mit den Clubs und welche anderen Lokale, die es heute nicht mehr gibt, vermisst Ihr? Schreibt es in die Kommentare. (ts)

Logo