Bürgerinitiative will Verkehrsprobleme in Nordenstadt anpacken

Statt nur über Probleme zu klagen, will eine Gruppe von Nordenstädtern sie jetzt gezielt angehen. Eine neue Bürgerinitiative sieht sich als Schnittstelle zwischen Bürgern und Politik. Auf ihrer To-Do-Liste stehen vor allem Verkehrsthemen.

Bürgerinitiative will Verkehrsprobleme in Nordenstadt anpacken

Die meisten Nordenstädter leben gerne in ihrem Vorort im Osten Wiesbadens. Das belegte vor Kurzem nicht nur eine Studie der Stadt, das merken auch die Bewohner, wenn sie Nachbarn auf der Straße treffen und ins Gespräch kommen. Doch es hakt an manchen Ecken im Vorort, vor allem was den Verkehr betrifft. Philipp Jacks, Lars Schneemann und Frank Marsall wollen das ändern und haben jetzt eine Bürgerinitiative gegründet.

Sechs Monate Vorbereitung

„Wir stellen uns ein Arbeiten in Gruppen vor.“ - Philipp Jacks, Gründungsmitglied

Unter dem Namen „Norschter in Bewegung“ wollen sie Probleme im Stadtteil gezielt angehen. „Wir hatten die Idee schon vor gut einem halben Jahr“, erzählt Jacks im Gespräch mit Merkurist. Seitdem laufen die Vorbereitungen. „Wir stellen uns ein Arbeiten in Gruppen vor. Die Mitglieder können so gezielt Probleme angehen und Lösungen suchen“, erklärt Jacks das Konzept.

Derzeit haben sich rund 20 Nordenstädter angeschlossen, die in einem Interessenskreis schon erste Ideen gesammelt haben. „Zudem haben wir verschiedene Verteiler und eine Whatsapp-Gruppe für Interessierte eingerichtet. Zusammen mit Social Media erreichen wir schon mehr als 150 Leute, die sich für unsere Arbeit interessieren, oder uns Anregungen geben“, so Jacks.

Dauerthema Verkehr

„Uns hat es genervt, dass oft über kleine Probleme im Ort nur geredet und geklagt wird.“ - Lars Schneemann, Gründungsmitglied

„Uns hat es genervt, dass oft über kleine Probleme im Ort nur geredet und geklagt wird, statt die Zeit zu nutzen, um das Problem zu lösen“, sagt Lars Schneemann, der seit 20 Jahren in Nordenstadt wohnt. Zu diesen Problemen gehören etwa die Busverbindungen, die in manchen Teilen Nordenstadts nicht ausreichend seien, um in die Wiesbadener Innenstadt zu kommen. Aber auch mangelnde Zugverbindungen in Richtung Frankfurt wurden schon beklagt. Die Initiative sieht als Grund dafür, dass Nordenstadt — vor allem durch Neubauten — in den letzten Jahren stark gewachsen ist, der Verkehr aber stagnierte.

Weil den Gründern aber bewusst sei, dass eine ganze Verkehrswende Zeit braucht, haben sie es sich zum Ziel gemacht, in kleinen Schritten vorzugehen. „Seit Jahren gibt es zum Beispiel Probleme mit Rasern im Holzweg“, erzählt Jacks von der Ausfahrtsstraße nach Igstadt. „Dort würden wir gerne einen Vororttermin mit Verantwortlichen aus der Stadt organisieren um zu sehen, ob man mit einfachen Mittel an der Stelle schon einmal ansetzen kann.“ So könnten sich die Nordenstädter etwa eine Parkverbotszone vorstellen oder Pflanzenkübel, die die Fahrbahn verengen und so die Autofahrer dazu zwingen, auf die Bremse zu treten.

Dabei wollen die Gründer der Initiative vor allem mit dem Ortsbeirat zusammenarbeiten, sodass die Initiative eine Brücke zwischen den Verantwortlichen und den Bürgern bildet. „Mir geht es darum, eine Plattform zu schaffen, damit sich die Menschen auf unkomplizierte Weise für den Ort engagieren können“, fasst Frank Marsall zusammen.

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