Nilgänse sorgen in Wiesbaden seit Jahren für Beschwerden über die Verschmutzung der Parkanlagen. Dasselbe Problem tritt auch in zahlreichen anderen europäischen Städten auf. Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, forderte daher im April dieses Jahres den Abschuss der invasiven Art, um der Ausbreitung der Tiere entgegenzuwirken. Kommt eine solche Lösung vielleicht auch für die Stadt Wiesbaden in Frage?
Wie geht die Stadt gegen die Nilgänse vor?
In Wiesbaden wurden bereits Maßnahmen zur Populationsbekämpfung ergriffen. Darunter die Errichtung einer Barriere am Teich am Warmen Damm, das Wachsenlassen der Vegetation am Dietenmühlenweiher und das Aufstellen von Fütterungsverbotsschildern (wir berichteten).
In den untersuchten Parkanlagen sei bereits ein leichter Rückgang festzustellen, teilt die Stadt Wiesbaden gegenüber Merkurist mit. „2024 wurden im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 153 Nilgänse gezählt, gegenüber 169 im Jahr 2020 und 175 im Jahr 2019“, beschreibt der Pressereferent der Stadt die Entwicklung der Nilganspopulation. Dennoch würden die Nilgänse, insbesondere in den Bereichen, in denen größere Ansammlungen der Tiere vorkommen, weiterhin Verschmutzungen in den städtischen Parks verursachen, betont der Referent und fügt hinzu: „Die betroffenen Flächen werden im Rahmen der regulären Pflege und Reinigung der Parkanlagen gereinigt.“
Monitoring der Nilgänse läuft weiter
Oliver Weirich, Diplom-Biologe und Beauftragter der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen für die Stadt Wiesbaden, führte bereits von Mitte Juli bis Ende September 2024 ehrenamtlich ein Monitoring der Nilgänse durch. Auch dieses Jahr habe er schon einige Begehungen gemacht, um die Populationsentwicklung weiter zu verfolgen, und er werde noch mindestens eine weitere durchführen, sagt er gegenüber Merkurist.
In seiner im vergangenen Jahr veröffentlichten Publikation zum Nilgans-Management in Wiesbaden betonte Weirich, dass die Stadt Wiesbaden den nun eingeschlagenen Weg fortsetzen und das Nilgans-Management zielstrebig weiterentwickeln solle.
Besteht die Möglichkeit zur Jagd?
Auf die Frage nach der Möglichkeit zum Abschuss der Tiere erklärt die Stadt Wiesbaden: „Eine Bejagung der Nilgänse ist in Wiesbaden nicht geplant. Die Stadt setzt weiterhin auf Maßnahmen, wie den Verzicht auf die Mahd am Dietenmühlenweiher, um die für die Nilgänse geeigneten Aufzuchtbereiche zu reduzieren. Ebenso besteht ein Fütterungsverbot an stehenden Gewässern in den städtischen Grünanlagen.“