Rheingau-Taunus: Krisenstab ermahnt Bürger nach Corona-Ausbruch

Nach Offenbach verzeichnet der Rheingau-Taunus-Kreis aktuell die zweitmeisten Neuinfektionen mit Covid-19. Die Kreisverwaltung ermahnt daher jetzt die Bürger, die Schutzmaßnahmen strenger einzuhalten.

Rheingau-Taunus: Krisenstab ermahnt Bürger nach Corona-Ausbruch

Nachdem sich in einem Seniorenzentrum in Niedernhausen 27 Personen mit dem Corona-Virus angesteckt hatten, mahnen die Verantwortlichen im Rheingau-Taunus-Kreis, dass die Bürger die Hygiene-Maßnahmen einhalten sollen. Dazu gehöre besonders das Tragen von Mund-und-Nasen Schutz.

Wie der Kreis am Dienstag mitteilt, habe man in mehreren Supermärkten, Geschäften und Restaurants beobachtet, dass vermehrt auf das Tragen von Masken verzichtet werde. „Die SARS-CoV-2-Pandemie ist auch in Deutschland noch lange nicht überstanden. Jeder von uns sollte unbedingt Vorsicht walten lassen, sollte die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und die Maske tragen. Schließlich geht die Zahl der Infizierten - auch im Kreisgebiet - wieder in die Höhe“, so Herbert Koch, stellvertretender Landrat des Kreises.

Fokus auf Reiserückkehrer

Im Fokus der Beratungen im Krisenstab seien - neben den Bewohnern der Seniorenheime - besonders die Reiserückkehrer. An diese appelliert die Leiterin des Gesundheitsamtes in Bad Schwalbach, Dr. Renate Wilhelm, eindringlich, sich nach dem Urlaub auf jeden Fall auf das Coronavirus testen zu lassen: „Vor einigen Tagen wurden Urlauber aus Südosteuropa positiv auf das Corona-Virus getestet, deren Urlaubsregion nicht als Risikogebiet klassifiziert war.“ Eine Garantie, sich in einem bestimmten Urlaubsland nicht anzustecken, gebe es nicht.

Auch die Betreiber von Gastronomien im Kreis werden angemahnt, die Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dazu gehört laut Koch neben der Maskenpflicht für das Personal, auch das Hinterlegen der Daten von Gästen, welches weiterhin gilt. Zudem sollten die Tische bei einem Gästewechsel regelmäßig desinfiziert werden.

Der Vorfall in Niedernhausen sorgte dafür, dass der Rheingau-Taunus-Kreis mit 22 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner die zweite Corona-Warnstufe überschritten hat. Das bedeutet eigentlich, dass der Kreis erhöhte Schutzmaßnahmen treffen muss. Das sei aktuell jedoch nicht nötig, da sich der Ausbruch in dem Niedernhauserner Seniorenheim lokal begrenzte. „Es ist wichtig, darauf zu verweisen, dass es im Rheingau-Taunus-Kreis kein unkontrolliertes Infektionsgeschehen gibt“, so Wilhelm vom Gesundheitsamt. „Die in den vergangenen Tagen aufgetretenen Fälle stehen mit dem Pflegeheim in Niedernhausen und mit Urlaubsreisen in Verbindung - bei den übrigen handelt es sich um uns bereits bekannte Kontaktpersonen zu zuvor positiv getesteten Menschen.“

Das Gesundheitsamt tue alles, damit sich durch eine schnelle Ermittlung von Kontaktpersonen das Virus nicht weiter im Kreis ausbreite, so Koch. Das sei aber nur möglich, wenn alle Bürger die Schutzmaßnahmen weiter einhalten: „Niemand braucht eine zweite Corona-Welle mit -eventuell - neuen Einschränkungen. Helfen Sie aktiv mit, schützen Sie sich selbst und auch andere, so dass es zu dieser zweiten Welle nicht kommen muss.“ (ms)

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