Drei Frauen kämpfen für einen schöneren Kinderspielplatz

Der Spielplatz in der Passauer/Klagenfurter Straße war in die Jahre gekommen. Das Grünflächenamt hat ihn bei den Neugestaltungen nicht priorisiert. Drei Mütter aus Kostheim haben nun dafür gesorgt, dass dort noch in diesem Jahr etwas passiert.

Drei Frauen kämpfen für einen schöneren Kinderspielplatz

Yvonne Babe, Magarethe Wloch und Agnes Herba haben gleich mehrere Dinge gemeinsam: Alle drei wohnen in Kostheim in der Gartenstadt. Alle drei haben Kinder. Und alle drei meinen, der Kinderspielplatz in der Passauer Straße an der Ecke zur Klagenfurter Straße sei ein Schandfleck innerhalb des Wohngebiets.

‘Passauer Spielplatzbewegung’

Babe, Wloch und Herba wollten sich aber nicht nur über die heruntergekommenen Spielgeräte und den vielen Müll dort beschweren, sondern sich auch selbst bei der Ortsverwaltung dafür einsetzen, dass sich die Situation verbessert. Als ‘Passauer Spielplatzbewegung’ wollten sie erreichen, dass der Kinderspielplatz neu gestaltet wird.

Laut der Stadt Wiesbaden gibt es in ganz Wiesbaden 150 städtische Spielplätze, die — nach und nach — neu gestaltet werden. Spielplätze seien Orte, an denen Kinder die Welt nicht mit dem Kopf, sondern kindgerecht […] begreifen und verstehen, heißt es in einer Broschüre der Stadt. „Deshalb werden die Wiesbadener Spielplätze sukzessive neu gestaltet.“ Begonnen worden sei bei Spielflächen, die besonders hoch frequentiert seien.

Auch GWW beteiligt

„Auch die GWW war bei den Gesprächen und der Planung mit dabei.“ - Yvonne Babe, Mutter

In Kostheim war der Nutzungsdruck für die Stadt offenbar zunächst nicht ausreichend genug — Grund für Babe, Wloch und Herba, das Thema selbst anzupacken. „Auch die Wiesbadener Wohnbaugesellschaft, die GWW, war bei den Gesprächen und der Planung mit dabei“, erzählt Yvonne Babe. Die GWW verfolge dabei natürlich auch das Ziel, die Wohnqualität rund um die Passauer Straße nachhaltig zu verbessern.

Und tatsächlich: Die Gartenstadt in Kostheim, dort, wo sich auch der Spielplatz befindet, wird laut der Stadt Wiesbaden seit Jahren sukzessive von der GWW saniert. Die Gesellschaft habe fast alle Gebäude im Bereich Kostheimer Landstraße/Klagenfurter Straße/Passauer Straße saniert, nur vereinzelte fehlen noch.

GWW beteiligt sich an Kosten

„Bei der Auswahl des Spielgerätes durften wir dabei sein.“ - Yvonne Babe, Mutter

Der Ortsbeirat Kostheim, die GWW und das Grünflächenamt haben sich dann, nachdem Babe und ihre Mitstreiterinnen sich mit einem Anwohnerschreiben an den Beirat gewendet haben, dazu entschlossen, zunächst das dortige Toilettenhäuschen samt Unterstand abzureißen. Hermann Kremer, Geschäftsführer der GWW habe versprochen, die Abrisskosten zu übernehmen und außerdem ein zusätzliches Spielgerät zu sponsern, sagt Yvonne Babe. „Bei der Auswahl des Spielgerätes durften wir dabei sein“, spricht sie für die ‘Passauer Spielplatzbewegung’.

Umgestaltung bis Sommer

Seit Herbst ist das Grünflächenamt der Stadt Wiesbaden nun mit der Planung der Umgestaltung des Spielplatzes beschäftigt. „Die umfangreichen Sanierungs- und Gestaltungsmaßnahmen gehen dabei ab Februar los“, sagt Babe. Bis zu den Sommerferien sollen sie abgeschlossen sein. Ziel ist es, einen Spielplatz zu schaffen, der für jüngere, aber auch für ältere Kinder geeignet ist. Eine klare räumliche Trennung soll her.

Yvonne Babe, Magarethe Wloch und Agnes Herba sind froh, dass sie sich eingesetzt haben. Denn: Sie konnten wirklich etwas bewegen. „Wir sind einfach nur froh, dass dieser wichtige Treffpunkt für Eltern mit ihren Kindern endlich beachtet wird.“ (nl)

Logo